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Louiſe von Nesle rechnete nicht mehr auf den Grafen von Mailly. Die Träume des abgelaufenen Tages hatten ſie den Gatten vergeſſen gemacht.
Sie hatte gegen den Grafen von Mailly nichts Bitteres, nichts Feindliches, nichts Gehäſſiges. Wäre der Graf vor ihr erſchienen, ſie würde ihn Freund genannt haben, ohne in irgend einer Hinſicht ihren Geiſt oder ihren Mund zum Lügen zu zwingen.
Was das Herz betrifft, ſo erwähnen wir desſelben nicht, da das Herz nicht bei den Angelegenheiten des Herrn Grafen von Mailly, des Gemahls von Fräulein von Nesle und Liebhabers von Olympia von Cloves, und der Frau Gräfin, welche in König Ludwig XV. verliebt, betheiligt war.
Plötzlich wurde ihr der Graf durch die Kammer⸗ frau gemeldet, die wir Bannidre haben zulächeln ſehen. Herr von Mailly kam in aller Haſt im Hotel an.
Sie ſtand erſtaunt auf, ſchaute durch die Fenſter⸗ ſcheiben und erblickte wirklich Herrn von Mailly, der die Stufen der Freitreppe mit der Geſchwindigkeit eines geängſtigten Menſchen heraufſtieg.
Eine Minute nachher trat der Grafbei der Gräfin ein.
Louiſe gab einen Ausruf des Erſtaunens von ſich.
„Sie!“ ſagte ſie.
„Ja, Madame, ich.“
Die Kammerfrau riß die Augen noch weiter und noch fragender auf, als ihre Gebieterin.
Herr von Mailly ſah dieſe Augen im Spiegel.
„Wollen Sie Mademoiſelle entlaſſen,“ ſagte er.
Die Kammerfrau ging hinaus, feſt entſchloſſen, an der Thüre zu horchen. 3
Der Graf folgte ihr mit den Augen, bis die Thüre wieder zugemacht war.
Dann wandte er ſich gegen ſeine Frau um.
„Nun,“ fragte ſie,„was haben Sie, Herr Graf, und welchem Uaſtande verdanke ich die Ehre, Sie zu ſehen?0 „Einem ernſten Umſtande, Madame.“ „Oh! mein Gott, Sie erſchrecken mich.“
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„ſo ger


