Teil eines Werkes 
5.-10. Bdchn (1852)
Entstehung
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heiligtes Recht. Es iſt ohne Beiſpiel beim Adel ſeit hun⸗ dert Jahren, daß ein Mann einer Geliebten entbehrt.

Ja, doch wenn es ohne Beiſpiel iſt, daß ein Mann einer Geliebten entbehrt, ſo iſt es auch ohne Bei⸗ ſpiel, daß eine Frau eines...

Hier hielt Mailly inne.

Was wollte ich ſagen! rief er;ich verurtheile mich ſelbſt! Ja, das iſt ohne Beiſpiel; wohl! ich, ich, Graf von Mailly, ich verhindere es dennoch. Mir, mir kommt auch die Willkür zu, da die Anderen für ſich das Monopol ſuchen wollen.

Hienach ging Mailly, ganz zitternd, ganz bleich, ganz verſtört, hinauf, um ſeinen Degen zu holen, und ohne Olympia zu wecken, welche in tiefer Ruhe ſchlief, lief er pfeilgeſchwinde zur Gräſin von Malilly.

Louiſe war ſachte in ihrem Wagen, im Gefolge des Königs, gewiegt auf ihrem Kiſſen, allein, ganz ihren Gedanken hingegeben, zurückgekehrt.

Louiſe war entzückt von den Erinnerungen des vor⸗ hergehenden Tages. Geliebkoſt von Hoffnungen für die Zukunft, hatte ſie von Rambouillet an nicht aufgehört, den ſüßen Traum zu verfolgen, der der ſaftvollen Jugend die mitten in der Freiheit entſtehende Liebe einflößt.

Die Gräfin dachte noch nicht beſtimmt das, was Richelien dachte. Nein. Eine auserwählte, keuſche und zurückhaltende Natur, jedoch ganz bereit zu den raſchen Bewegungen, die ihr die wahre Liebe, die wohl an⸗ gebrachte Leidenſchaft rathen würden, ſchmiedete ſich Louiſe nichts Chimäriſches in ihrem Geiſte; ſie fühlte wohl, daß in ihr das lag, womit ſie Alles verwirklichen konnte, was die Umſtände herbeiführen würden.

Sie hatte wieder von ihrem Hotel Beſitz ergriffen, als ob der Herr Graf von Mailly nie mehr dahin zurückkehren ſollte. Dieſe Vergangenheit, dieſe Hei⸗ rath, dieſer hochzeitliche Segen gegeben in Gegenwart der Familien Mailly und Nesle, das war für ſie ein unbedeutender Graben, der ihr Leben vom vorhergehenden Jahre zum nächſten Jahre durchſchnitt, und nichts Anderes.