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„Mit ein wenig Takt,— ich habe Gott ſei Dank,— bringe ich Ihre beleidigte Majeſtät auf meine Seite, ich conſpirire mit Maria Lesczinska gegen meine Frau und laſſe mich in die Baſtille führen, escortirt— von allen unglücklichen und betrogenen Ehemännern, die aus mir ihren Cäſar oder ihren Pompejus machen werden.
„Sodann Wiedereinſetzung nach der Verbannung, Würden, die nach der Baſtille auf mich regnen, oder wenigſtens ein Ruf, der im Stande iſt, alle Sieger dieſes verkleinerten Jahrhunderts erbleichen zu machen.
„Etwas Anderes. Keinen Lärmen, kein Aufſehen, was ſich für einen Mann von gutem Geſchmack beſſer ſchickt; authentiſche Trennung ſtatt dieſes kleinen Scheidungs⸗ entwurfs, welchen Louiſe und ich durch Privatunterſchrift gemacht haben; Enterbung der ſogenannten legitimen Kinder, welche geboren werden könnten: Alles dies ſehr geheim und ſehr in der Ordnung. Dann für mich ein Leben ganz der Ruhe und ganz der Ehre. Niemand wird über den König lachen, vor dem ich mich gebeugt haben werde. Niemand wird über mich lachen, der ich mei⸗ nen Namen achten gemacht haben werde. Meine Frau wird nicht mehr meine Frau ſein, man wird ſie um⸗ taufen, man wird ſie die Vielgeliebte des Viel⸗ geliebten nennen.
„Was kann beſſer ſein!
„Nein, nein, man ſoll nicht ſagen, ein franzöſi⸗ ſcher Edelmann, wenn er ſeiner Frau ſeinen Namen geſchenkt hat, ſehe ſich genöthigt, dieſe Frau zu ver⸗ leugnen. Ich, Graf von Mailly, habe eine Frau, ich habe eine Frau durch meinen Willen, im Namen des Geſetzes, im Namen der Kirche genommen. König Ludwig XV. wird mir meine Frau nicht nehmen; nein, ich will es nicht.
„Doch Olympia, doch meine Geliebte, das iſt lei⸗ der etwas Anderes. Ich habe eine Geliebte, und zwar weder im Namen des Geſetzes, noch im Namen der
Kirche; es iſt aber dennoch ein durch den Gebrauch ge⸗


