Teil eines Werkes 
5.-10. Bdchn (1852)
Entstehung
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Aber die Freiheit iſt in dieſem Falle die Schande!

Große Worte, Alles dies! Eil mein Herr, wenn Ihre Frau den Köͤnig liebt, verhindern Sie doch dieſe Schande.

Wenn meine Frau den König liebt?

Warum nicht? Iſt Ludwig XV. jung oder alt, häßlich oder ſchön, König oder Schäfer? Iſt der König nicht ſo viel werth, als Sie, ich und die Andern?

Ohl wie Pecquigny, murmelte der Graf.

Was Sie nicht mit dem Vortheil der Lage thun wollen, werden Sie zu dulden gezwungen ſein; dann werden Sie ſehen, Sie werden ſehen!

Herzog, das iſt, um ſich den Kopf zu zerſchmettern.

Mailly verſenkte ſein Geſicht in ſeine beiden Hände.

Richelieu ſchaute ihn mitleidig an, wie ein ſtolzer Sieger einen zu Boden geworfenen Feind anſchaut.

Ich bin gekommen, ſagte er,um Ihnen eine gute Kunde mitzutheilen und Sie vom Stande der Dinge zu unterrichten; Sie nehmen die Sache verkehrt, ſpre⸗ chen wir nicht mehr davon.

Wiſſen Sie, daß das, was Sie da ſagen, eine Beleidigung iſt? rief Mailly das Haupt erhebend.

Geben Sie Acht, ſollten Sie mich herausfordern, ſo würde ich es annehmen! Ich bin Geſandter Seiner Majeſtät und muß die Ehre der Krone aufrecht er⸗ halten.

Wie Pecquigny! ſchrie der Unglückliche,wie Pecquigny!

Und er ſtützte den Kopf auf den marmornen Sockel einer Statue.

Ohne Zweifel hatte der Herzog Mailly dahin ge⸗ bracht, wohin er ihn hatte führen wollen, denn den Augenblick der Niedergeſchlagenheit benützend, der ſich der unglückliche Graf überlaſſen, pirouettirte er auf dem Abſatz und verſchwand.