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bei Ihnen thue, vorangegangen wäre?.. Herr von Mallly iſt ein Ehrgeiziger.“
„Ein Ehrgeiziger?“
„Frau von Mallly opfert ihren Gemahl, der nur ein Graf iſt, dem König, weil er der König iſt.“
„Dem König!“ rief Mailly erbleichend.
„Eil allerdings dem König.“
„Wie! meine Frau?.“
„Nun?“
„Der König liebte ſie?“
„Sicherlich.“
„Und Sie?“
„Ich bin der Erſte, der Ihnen das Beiſpiel der Verleugnung glbt.“
„Sie kommen im Namen des Königs?“
„In welchem Namen ſoll ich denn kommen? Ich bin Geſandter von Frankreich, und Frankreich, das iſt der König! Was Teufels! mein lieber Graf, wenn man Richelieu heißt, betreibt man nur die Angelegen⸗ heiten des Königs oder die ſeinigen.“
Mailly blieb beſtürzt: ein unbekannter Horizont, an den er gar nicht gedacht, öffnete ſich vor ihm. Ganz nur mit Olympia beſchäftigt, hatte er bis dahin ge⸗ glaubt, von ihr ſei bei Richelieu die Rede.
„Der Köͤnig iſt in meine Frau verliebt!“ murmelte er endlich, aus ſeiner Betäubung erwachend.
„CGi!“ rief Richelieu,„man ſollte glauben, Sie fallen aus den Wolken! ſeit einer halben Stunde ſinge ich Ihnen daſſelbe Lied auf zehn verſchiedene Melodien.“
„Ah! Herzog, Herzog,“ murmelte Mailly,„iſt das wirklich wahr, was Sie mir da mittheilen?“
„Eil Sie hören alſo nicht?“
„Meine Fraul der König liebt meine Frau!“ Richelieu nickte bejahend mit dem Kopfe.
„Das iſt unmöglich!“ rief Mailly. „Wie, unmöglich?“
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