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„Ohl ſo beredt Sie auch ſein mögen, Herr Her⸗ zog, ſo bezweifle ich doch, daß Sie es mehr ſind, als Pecquigny; er hat Demoſthenes übertroffen.“
„Ich bitte, Herr Graf,“ erwiederte Richelieu, „laſſen Sie uns erwägen, und um gut und vernünftig zu erwägen, vermengen Sie meinen Schritt nicht mit dem von Pecquigny; ich, ich bin Ihr Freund.“
„Gerade mit dieſer Verſicherung hat Pecquigny debutirt. Sie erſchrecken mich, Herr Herzog, dieſer Freundſchaft ſchreibe ich ſogar ſeine Beredtſamkeit zu.“
„So beredt er geweſen ſein mag, ich hoffe Ihnen Dinge zu ſagen, die er vergeſſen haben wird.“
„Verſuchen Sie es.“
„Vor Allem klären wir einen Punkt auf.“
„Thun Sie das, Herzog.“
„Es iſt gut, zu wiſſen, von wo man ausgeht... Und ſagen Sie, nicht wahr, es iſt beinahe gewiß, daß Sie Frau von Mailly verlaſſen haben.“
„Wiel das iſt ſchon bekannt?“
„Es iſt öffentlich!“
„Nunl ſie hat keine Zeit verloren.“
„Sie oder ſie?“
„Sie.“
„Gleichviel. In jedem Fall iſt die Sache mit einem ungeheuren Geiſte gemacht.“
„Das weiß man?“ wiederholte Mailly, der von ſeinem Erſtaunen nicht zurückkam.
„Glauben Sie mir, Graf, wenn ich es nicht ge⸗ wußt hätte, würde ich nicht bei Ihnen erſchienen ſein.“
„Ahl ja, es iſt wahr.“
„Was iſt wahr?“
„Sie machen Eroberungspläne.“
„Was wollen Sie damit ſagen 2
Mailly ſchüttelte den Kopf mit einer ſchlauen Miene.
„Ich begreife nicht,“ ſagte Richelien. „Aber ich begreife,“ erwiederte Mailly.
Maill
1/ Herr ander
ihre 7


