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„Madame,“ ſagte er,„Herr Bannidôre ſpricht von ſeinem Domicil: ſind Sie hier nicht auch zu Hauſe?“ „Allerdings, mein Herr,“ erwiederte Olympia.
„Madame, bin ich nicht, ſchon einmal aus dieſem Hauſe durch das aufbrauſende und unanſtändige Be⸗ nehmen von Herrn Bannière verbannt, durch Sie ſelbſt hierher zurückgerufen worden? Ich bitte, ſprechen Sie.“
Bannisre riß die Augen ganz erſchrocken auf.
Es ſchien ihm, als ſollte er eine ſchlimme Kunde für ſeine Liebe erfahren.
Dieſe zwei Männer hingen in der That an den Lippen der Frau, welche Beide beherrſchte.
Olympia lächelte, denn ſle ſah die Falle, und ſie fing an den Abbé weniger zu ſchätzen.
Dann waddte ſie ſich an dieſen und erwiederte ohne Verlegenheit:
„Es iſt wahr, meln Herr, ich habe Sie für einen wackern Mann gehalten; es iſt wahr, ich habe es beklagt, Ihre etwas anſpruchsvolle, aber ehrenwerthe Freund⸗ ſchaft der Gefahr ausgeſetzt zu ſehen, ſich in einen Haß zu verwandeln, den die Größe Ihrer Stellung zu einem Unglück für mich gemacht hätte; es iſt endlich wahr, daß ich, zu gutherzig, den Fehler begangen habe, mich für Ihre Empfindlichkeiten zu intereſſiren, Ihre Unbe⸗ ſonnenheiten zu entſchuldigen und Ihnen mein Haus wieder zu öffnen, aus dem Sie Herr Bannidre mit Fug und Recht ausgewieſen hatte.
„Den Fehler!“ rief der Abbé, der ſich ſo ſehr für den Sieger hielt, daß er über die Worte ſtreiten und über die Abfaſſung der Entſchuldigungen, die er erwar⸗ tete, feilſchen zu können glaubte..
„Ich habe geſagt den Fehler,“ wiederholte Olympia,„und ich füge bei, den unvergleichlichen Feh⸗ ler, da ich ihn mir nie vergeben werde.“
„Schließen Sie,“ rief mit einer unhöflichen Unge⸗ duld der Abbé, der auf den Schluß hoffte.
„Wohl! mein Herr,“ erwiederte Olympia, die


