Erbin einer rein evangeliſchen Reichsherrſchaft und Wirthſchaft— Oh, oh!“
Großvater ſchwieg, knickte in ſich zuſammen und ſaß wie ge⸗ brochen da auf ſeinem Seſſel.
„Das iſt zu viel, das iſt unerhört!“ rief plötzlich eine Stimme aus der Roſenkreuzerloge heraus. Ich kannte dieſe ſchmerzdurchzuckte Stimme, ich kannte auch die Geſtalt, die ſich erhob, den Mantel zurückſchlug, die Hände wie betend, wie hülfeflehend gen Himmel ſtreckte. Es war mein Vater, den mein Auge vergeblich bisher geſucht.
„Haha, mein Herr Graf Giüuſeppe della Torre!“ ſagte der Groß⸗ vater, ſich raſch wieder ſammelnd und erhebend,„hab' ich Euch aus den Federn geklopft? Hab' Euch längſt hier vermuthet, ob ich ſchon nur unverſehens Euere Sache ſtreifte und es mir leid thut, alte Schmerzen anzurühren.“
„Habt mich hier vermuthet,“ entgegnete mein Vater,„weil Ihr von neuem Lug und Trug aus Rom und aus der Geſellſchaft der Loyoliten wittertet! Schönen Dank dafür, und meine volle Aner⸗ kennung Euerer humanen edlen Geſinnung und Erkenntlichkeit! Ich hielt unſere Sache für ausgeglichen, nachdem das Opfer die kühle Erde deckt. Ich hielt Euch für verſöhnt, und Euer unerbittlicher, unverwüſtlicher Argwohn ſteht noch, wie eine alte Donnerwolke, über unſerm, über Euerm Hauſe, ewig im Begriff, ſich über Euch ſelbſt und Euer Haus zu entladen. Armer Thor, der Ihr an ſelbſtge⸗ ſchlagenen Wunden blutet!“
„Danke für gefälliges humanes Mitleid!“ murrte Reichsgraf Juſtus Erich.
„Ich für meinen Theil,“ fuhr Vater Giuſeppe fort,„glaubte Alles gethan zu haben, was zur Sühne führen konnte, überließ Euch den Sohn, ſtellte Euch, zum Beweiſe der Verſöhnlichkeit ein Document anheim—“
„Haha, Document!“ lachte der Großvater bitter auf,„danke für geneigte Nachfrage, danke für die gefällige Großmuth, die es mir überlieferte! Solltet Ihr's, mein Herr Graf, noch nicht wiſſen: das Document, womit ſie mich zu fangen gedachten, iſt mir von Röm⸗ lingen geſtohlen. Es iſt nicht wahr, daß ich mit Drangabe meines freien Herrſcherwillens den Schülern Loyola's die Thore meines Reichs⸗
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