Teil eines Werkes 
2 (1855) [Xaver Dubois]
Entstehung
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gehende Menſch, auf allen Vieren kriecht und im feuchten Koth nach ſeiner verlorenen Vernunft ſucht, bis ihn dann ſchließlich ein char⸗ manter Jeſuwider tröſtet. Meine Herren⸗ ich habe auch meinen Aber⸗ glauben, aber ich behandle ihn als Privatſache, mache kein Geſchrei daraus, nöthige ihn Niemanden auf, noch ſuche ihn einzuſchmuggeln. Wer durchaus Gold machen will, ſetze ſich, mit Verlaub, zu Hauſe ſtil in den Winkel! Wenn das aber ſo fortgeht, daß jeder quere Kopf ſeine Nothdurft zum allgemeinen Bedürfniß, ſeine Scrupel zu Serupeln der Menſchheit erheben darf: dann wird noch jeder Bar bier mit chemiſchen Verſuchen, jedes alte Weib mit Mondſchein, Nervenbeſtreichung und Hocuspoeus in die Maurerei hineinpfuſchen. Jeder Apothekerjunge, der den Mörſer ſtößt, und dem das Gewürz in's Gehirn ſteigt, wird noch kommen und ſagen, er habe ein Roſen⸗ kreuzergeheimniß, deſſen der Menſch in einem höheren ſchottiſchen Jo⸗ hannesgrade inne werde. Hol' Euch na! Ich habe ſchon man⸗ chen ſogenannten Wundermann die Treppe hinuntergeworfen, und bedauere, ihm nicht Rippen, Beine, ſammt Genick gebrochen zu haben. Und, meine Herren, Großvaters Stimme war plötzlich tief und bewegto, ich habe auch Lehr⸗ und Schmerzensgeld zahlen müſſen im Leben, Schmerzen hat mir's gekoſtet an meinem eignen und lieb⸗ ſten Fleiſch und Blut. Waren ſie mir doch zu Dach geſtiegen und hatten ſich bei mir bis in Herz und Nieren eingeſchmeichelt. Es hat mir'ne Tochter und mein geſammtes Familienglück gekoſtet, daß Gott erbarm', mein einzig liebes Töchterlein, ein blaß zart Mädchen, ner⸗ venſchwach, traumkrank, Schlaf und Wachen verwechſelnd und in ein⸗ ander wirrend. Da kam ein Mann von Rom mit Mondſchein auf der Zunge, mit magnetiſchem Fluidum, wie ſie's nennen, und elek⸗ triſchen Funken in den Fingerſpitzen. Damit beſtrich er mein leidend Kind, ihren Aufruhr beſchwichtigend⸗ ihre Nervenſtörung heilend, ihren halben Irrſinn löſend. Er hat ſie auch geheilt; ja, ja, ſie lief nicht mehr Nachts auf Dach und Firſt herum; aber ſie wandelte Nacht in anderer Weiſe, lief Tag und Nacht ihm nach, dem Wundermann, der es ihr angethan, warf ſich ihm ſinnlos an's Herz, von Zauberei be⸗ thört. Und bei Nacht und Nebel ging ſie denn auch davon und ward römiſch gläubig, Kind eines altproteſtantiſchen Hauſes, einzige