Teil eines Werkes 
2 (1855) [Xaver Dubois]
Entstehung
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Ich weiß ſeinen Namen nicht, mein Vater ſprach nur von einem Provinzial der Geſellſchaft Jeſu in Genua.

Kein Zweifel, jede Provinz hat nur Einen, ſagte Dubois. Seltſamer Zuſammenſtoß zufälliger Schickſalsfügungen! Pater Euſebio war mein Lehrer, mein Wohlthäter, bis ich ihm entfloh. Ich war o mein Gott! wie komm' ich dazu, dir, mein junger Freund, das zu beichten?

Ich ſank an ſeine Bruſt, ich umarmte den Theueren mit der Heftigkeit meiner ſtürmiſchen Freundesliebe.

Sind wir unbelauſcht? fragte Kaver.

Ich ſtürzte an die Thüre und öffnete; alles war im Nebenzimmer ſtill; der Magiſter hatte ſich zurückgezogen, mein Diener war auf dem Corridor beſchäftigt; wir waren ſicher. Für den Nothfall ſchloß ich beide Thüren ab und eilte zu Dubois zurück.

Er lag im Lehnſtuhl und hielt beide Hände über ſein Geſicht geſchloſſen; er ſaß eine ganze Weile ſtumm und verſunken in den Zauberbann ſeiner Vergangenheit. Wie er aufblickte, ſtand ich vor ihm und ſprach in Blicken zu ihm, die ihn der ganzen Zärtlichkeit meines offenen Herzens verſichern mußten. Er ſtreckte mir beide Hände entgegen.Es ſollte hier Niemand wiſſen, ſagte er,ich bin gewarnt; aber ich will mich dir vertrauen!

Ich bückte mich über ihn; er ſollte die Röthe, die meine Stirne bedeckte, den Verräther meiner Verlegenheit, nicht wahrnehmen; er ſollte nicht erfahren, daß ich ſein Warner geweſen. Unvorſichtiger Weiſe ſiegelte ich in den nächſten Tagen einige Zeilen, die ich ihm zu ſchreiben hatte, mit dem Wappenringe, den ich in Zürich, wo ich die geheime Warnung ſchrieb, mit mir geführt. Das Siegel genügte, Faver auf die Vermuthung meiner Autorſchaft zu bringen.

Zweites Rapitel. Saverio beginnt die Geſchichte ſeines Lebens. Pater Euſebio.

Ich war, begann Dubois, ein Zögling des Collegiums, welchem Euſebio als Pater Rector in Genua vorſtand. Ein Findelkind, eine

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