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ſeinerſeits der Verſuchung, die an ihn erging, enthoben und außer Stande zu ſein, den geheimen Wünſchen der Propaganda Folge zu leiſten. Ich ſuchte ihn zu tröſten über den Verdacht der Unſicherheit des Verwahrortes. Er ſchüttelte das Haupt und entgegnete, daß vor den Sodalen eines gewiſſen Ordens kein Mund verſchwiegen, kein Siegel heilig, kein Schloß feſt genug ſei. Ich erinnerte ihn an den Prieſter von Genua, der den Trauact meines Großvaters in der Villa Speroni vollzog, das Document verfälſchen half, die Verfälſchung wenigſtens zuließ, aber das Falſum doch nicht der Propaganda auslieferte.„Er bewahrte das Geheimniß ſein Lebelang; auf dem Sterbebette jedoch“—
„Er wollte mit keiner Lüge dahingehen,“ ſagte Dubois,„nahm das Sacrament und machte in ſeinem Teſtamente der Congregation in Rom das Geſtändniß. Man grub nach, aber man fand ſich ſchon zuvorgekommen.“
„So hat er meinem Vater“— fuhr ich fort—„vielleicht noch im Sterben die Mittheilung gemacht, und ehe man ſein Teſtament eröffnen konnte, war das Document gerettet!“
„Seltſame Schlangenpfade des menſchlichen Gemüthes!“ rief Dubois, die Hände zuſammenſchlagend.„Er ſtirbt mit der Kirche verſöhnt, denn ſein Teſtament enthüllt das Geheimniß, er geſteht freiwillig, wozu ihn keine Kirchenſtrafe, keine Drohung Roms zu zwingen vermochte; aber die Entdeckung iſt entwerthet, denn er machte ſie ſchon zuvor auch Demjenigen, der den Mißbrauch des Betruges hintertrieb! So hat er als Prieſter ſeiner Kirche gedient, und doch als Menſch das Böſe, zu dem er die Hand geboten, geſühnt! Ein ſeltener Mann! Ein Intriguant ſeines Ordens und doch zugleich in ihm ſo viel mildes verſöhnliches Menſchengefühl! Ein gewaltiger, durchdringender Verſtand und doch ſo viel Weichheit der Seele! Er hat Großes gewollt, aber er iſt an den Widerſprüchen ſeiner Aufgabe als Prieſter und Menſch geſcheitert. Ich kannte einen Solchen, er war Maurer.“
„Ihr habt ihn gekannt, Kaver? Er war der Provinzial des Ordens in Genua.“
„Pater Euſebio?“ fragte Dubois, mich mit beiden Händen erfaſſend.


