Teil eines Werkes 
2 (1855) [Xaver Dubois]
Entstehung
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aufgefallen waren. Ich verwarf ja zu ſehr die Spiegelfechtereien der phyſiognomiſchen Grübler, um darauf zu achten. Ich hatte mich ab⸗ ſichtlich gegen alle Geſichterſtudien verhärtet; ich nahm nichts wahr als zwei Naturen des heißen Südens, zwei Männer vielleicht deſſelben Landſtrichs.

Mein Gott, ſagte Dubois plötzlich, ganz mit dem Bilde beſchäftigt,ſollte es mehr als eine bloße Täuſchung der Sinne ſein? Ich bin dieſem Manne ſchon begegnet, ich habe in dieſe Züge ſchon geblickt!

Wo? rief ich zitternd vor Erwartung.

In meiner Heimath, ſagte Dubois ganz in Erinnerungen verſunken,in Genua, in dem alten Templerhauſe, wo ſie mich zum Roſenkreuzer einweihen wollten; nein früher ſchon, an der Riva levante, in ſtiller Nacht, unter den Genoſſen eines neuen Glaubens, unter den Freunden, die ſich insgeheim in der kleinen halbverfallenen Villa am Meeresſtrande verſammelten.

In der Villa Speroni? rief ich athemlos.

Ja, ja, in der Villa Speroni, ſagte Dubois, nicht wenig beſtürzt, den Namen von meinen Lippen zu hören.

In jener Villa, ſagte ich,wo mein Vater unter dem Altar in altem Gerüll tief vergraben das Document auffand.

Welches Document? rief Dubvis erſchreckt.

Das Document, fuhr ich fort,das der Reichsgraf bei ſeiner Vermählung ausſtellte, das man verfälſchte, das ihn binden, ihn zwingen

ſollte, den Römlingen freien Spielraum in ſeinen Landen zu geben,

jenes Document, das die Propaganda ſucht, das mein Vater Giuſeppe in dem großen Edelmuth ſeiner Natur dem Reichsgrafen, ſeinem Feinde und Verfolger, wieder zu Händen gab!

Es ſoll noch exiſtiren, flüſterte Dubois.

Im Archive unſeres Hauſes, drüben im alten Thurme des Schloſſes, nicht? rief ich laut.

Man ſollte es vernichten, fuhr Dubois fort,uns wäre beſſer, es exiſtirte nicht mehr.

Weinend vor Freude ſtürzte ich an ſein Herz. Mit dieſen Worten hatte er ſich als Freund meines Hauſes bekannt. Er geſtand mir ſpäter, daß er die Vernichtung des Documentes gewünſcht habe, um