Teil eines Werkes 
3 (1855) [Graf Guiseppe della Torre]
Entstehung
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Haß

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Mormona ſchrie vor Entſetzen auf, als er den Hahn ſpannte. Ihre Bewegung, um den Lauf der Büchſe in die Höhe zu ſchnellen, mißglückte, ſie glitt zu Boden, der Schuß fiel ungehindert. Ich ſah den Blitz kaum. Getroffen, erſchüttert, wankte ich einen Augenblick zurück, raffte mich wieder zuſammen und ſah, wie Mormona ſich mit wilder Gewalt auf den Bruder ſtürzte, wie ſie mit ihm in wilder Verzweiflung rang.„Mörder du!“ hörte ich ihre Stimme rufen.

„Hinab mit ſeinem Leib in den Schlund!“ rief Pirrho,„mag er am Felſengezack hängen bleiben, für Geier ein langſamer Fraß!“

Sie griff wild in ſein Haar, hing ſich mit Löwenſtärke an ſeine ſtruppigen Mähnen und ſchleuderte ihn rückwärts nieder.

„Wie!“ ſchrie er,„du willſt ihn ſchützen?“

„Dir fluchen will ich, dich verderben, rührſt du ſeinen Leib an! Ja, ich will ihn ſchützen, denn ich liebe ihn; ich werde ihn ewig ſchützen und lieben, denn ich will ſein Weib ſein!“

Sie ſtand wie ein Racheengel vor ihm, wie einer Judith glühte ihr das Geſicht, zuckten ihre Muskeln. Pirrho ſtarrte ſie an. Er taumelte zurück wie ein Nachtwandler, der plötzlich an ſich ſelber irre wird. Weinend und heulend brach er zuſammen. Die Büchſe entfiel ſeiner Hand. Ich hörte ſie ſtürzen von Felſen zu Felſen bis tief unten in die Schlucht; ſie ſtürzte ſtatt meiner. Es war der letzte Laut, den ich hörte. Von alle dem ein thatenloſer Zeuge, lag ich gebrochen da. Wie ſich mir jetzt das Auge verfinſterte, ſah ich noch Mormona's Antlitz durch die Wolke ſchimmern, die meine Stirn umzog. Ich trank noch den Athem ihres Mundes, fühlte ihre brennende Lippe auf meiner Stirn; dann ſank ich zurück und Alles um mich her war ſtill.*

Fünftes Rapitel. Mormona⸗Maria.

Wie ich aus der Betäubung erwachte, lag ich auf weiches Moos gebettet; ein Oelbaum breitete ſeine grauen Schatten über mich her.