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Eine Geſtalt ſprang mir zur Seite aus dem Dickicht hervor; es war Pirrho. Er hing drüben am Felſen, der Waldbach brauſte zwiſchen uns.„Laßt ab von dieſem Pfade!“ ſchrie er mir zu,„ein Graf La Torre wandelt hier auf falſcher Fährte!“
„Pirrho,“ rief ich,„biſt du's, Freund?“
„Freund?“ lachte er zornig und ſchlug an's Gewehr, ließ es aber raſch wieder ſinken.„Meidet die Waldenſer! Unſere Kugeln ſind ſchneller, als Euere Schloßhunde. Ich warne Euch, hier iſt Euer Gebiet zu Ende.“
„Höre mich, Pirrho, es war ein Mißverſtändniß; komm' mit mir zurück nach Santa Maria, ſie werden ihr Unrecht an dir ver— güten!“
„Lüge, alles Lüge, wie Ihr ſelbſt!“ ſchrie er wild.„Hütet Euch vor Eurer eignen Waffe!“
Der Gießbach ſchäumte. Pirrho's Worte verrauſchten im Ge⸗ toſe der Fluthen. Ich ſtreckte die Hand nach ihm aus, da er meine Stimme nicht hörte. Er hob drohend die Fauſt und verſchwand.
Ich hoffte ihn oben zu finden, ihm Alles aufklären, ihn be⸗ gütigen zu können, und ſetzte meinen Weg fort. Noch eine Stunde, und ich war am Ziele.
Wie ich an der Bergwand hielt, auf deren Höhe die Hütte ſtand, gab ich das bekannte Zeichen. Marmona erſchien auf der Platte. Ich rief ihr zu; ſie antwortete nicht; aber wie ich das Maulthier in die Grotte zog und die Stufen im Felſen hinanſtieg, öffnete ſich oben der Deckel, der den einzigen Zugang auf die Höhe möglich machte. Ich ſprang hinauf und umfaßte das Mädchen mit beiden Händen. Sie entwand ſich meinen Armen und ſah mich un⸗ gewiß an.„Pirrho iſt nicht hier!“ ſagte ſie zögernd.
„Ich weiß,“ war meine Erwiederung,„ich will ihn hier er⸗
warten. Oder bin ich Euer Gaſtfreund nicht mehr?“
Sie blickte beſchämt zu Boden und trat langſam zurück.
„Mormona,“ rief ich,„willſt du dich von mir wenden, weil ſich zwiſchen mich und Pirrho ein Irrthum drängte? Was die Menſchen da unten zu Haß und Tücke treibt, was die Religion der Prieſter in einen düſtern Fanatismus verwandelt, regt ſich das nun auch bei Euch, unter den freien Kindern der Natur, wo der Menſch offen


