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hatte Sorge erregt. Im Schloßhofe hielt Giacomo, der alte Haus⸗ hofmeiſter, mit den Dienern hohen Rath. Sie waren zu einem Streifzuge in die Berge gerüſtet, als ich plötzlich unter ſie trat. Die ſtaunende Freude verwandelte ſich in Scheu und Angſt, als ſie mich, obſchon mit heiler Haut, doch waffenlos vor ſich ſahen. Mein verworrener Anzug war Se meines Verkehrs mit der Wildniß. Ich gebot dem Alten, die Diener zu beſchwichtigen, und legte Allen Stillſchweigen guf. Giacomo, in der Freude mich wiederzuſehen, ge⸗ lobte der Mutter Gottes in der nächſten Dorfkirche ein neues Ge— wand ſammt Schleppe und Gürtel. Dabei lief es doch wie Furcht und Entſetzen über ſeine altes, mürbes Geſicht.„Gelobt ſei Jeſus Maria!“ ſagte er, mich argwöhniſch muſternd,„glaubt' ich doch, der Geiſt der Berge müßte über uns gekommen ſein. Die alte Walden⸗ ſerin iſt auch wieder erſchienen!“
„Mir auch!“ ſagte ich,„dieſe Nacht im Traume, oben in der Hütte, wo ich gaſtlich übernachtete. Sie trat im blauen Sternen⸗ mantel, wie die Mutter Gottes, vor mich hin; ein ernſter, aber ſeliger Geiſt, der längſt im Himmel ſeinen Frieden gefunden. Und ich gelobte ihr, auch auf Erden Frieden zu ſtiften, damit das Leben der Menſchen ein Schauplatz der brüderlichen Liebe werde!“
Die Diener murmelten und ſprachen von einer andern Geſtalt, die im Schloſſe erſchienen ſein ſollte.„Haſt du ſie geſehen?“ fuhr ich auf,„oder du? oder wer?— Wer will mit mir wachen im Schloſſe, damit der Geiſt uns Rede ſtehe?“— Niemand regte ſich.
„So ſeid Ihr, kindiſches Volk! Zu prüfen, wie Männern ziemt, vah Keiner, und ſo bleibt Ihr Alle, wie Weiber und Kinder, in Euerem Glauben Narren und Sklaven. Euere Feigheit trägt die Schuld, wenn Hirngeſpinnſte mit der alten Schreckensmacht uns be— herrſchen. Es gilt Euch ein Kleines, ſeſ ein Menſchenleben Euerm Wahne zu opfern. Ihr ſelbſt ſeid es, die Ihr als Geſpenſter und als Gehäuſe des Aberglaubens umgeht bei hellem Tage! Euer Wahn iſt blutgierig, Euer finſterer Glaube iſt unſelig, nicht die gequälle Seele der Ahnfrau, die von Eueren Miſſethaten im Schooße Gottes ausruht. Aber es ſoll anders werden auf Santa Maria, ſo wahr ich hier eißiſt Herr bin! Die Freude ſoll einkehren in unſern Mauern, die Menſchenliebe ihren Sitz bei uns aufſchlagen. Das ſoll die


