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Männer Gottes ſein. Vielleicht gibt's einmal wieder eine Waldenſer⸗ hetze!“
Ich faßte ihn hart an der Bruſt.„Menſch!“ ſagt' ich,„Ihr wollt in den Bergen Euch rein halten von der Schlechtigkeit der Welt, und Euere Gedanken ſtecken voller Tücke, denn Ihr nährt Euch von der Lüge und der Argwohn hat Euere Herzen vergiftet.“
„Meinetwegen!“ ſagte der Junge ganz gedankenlos.—„Ich will Euch aufſuchen in Santa Maria. Es wär' recht gut, wenn wir einen Freund da hätten. Wie erfragt man Euch?“
„Zeig' dein Gewehr vor, und man wird dich zu mir führen!“
„Ehrlich und ohne Falſch?“ ſagte er,„topp!“— Ich ſchlug in ſeine Hand.—„Euere Büchſe ſoll mich führen,“ ſetzte er hinzu. „Ihr Lauf iſt gut und ich denke, mir entgeht nichts, wenn ich ſie regiere. Schaut ein Mal dort das Eulenneſt im Geklüft! Seht Ihr's?“.
Ich hatte den Punkt in der Felſenſpalte mit den Augen kaum erfaßt, als der Schuß fiel, das Geflecht ſich vom Steine löſte und herabſtürzte.—„Nun wißt Ihr wenigſtens,“ ſagte Pirrho,„daß ich nicht der Kerl bin, den Ihr leichten Kaufes haben könnt.“— Lachend zog er ſeines Weges fort. Wie er um die Felſenecke ſammt Eſel und Wagen verſchwand, hörte ich noch lange ſeine Stimme, eine jener Melodien, die die Savoyarden zum Tanz der Murmelthiere ſpielen. So luſtig und ſo ſtarrköpfig, ſo zutraulich und ſo argwöhniſch ſind die Menſchen im Gebirg.
Viertes Rapitel. Der Geiſt der Berge.
Mein Ausbleiben hatte in Santa Maria doch mehr Aufſehen erregt, als ich wünſchte. Ich hatte meine Sorgloſigkeit zu bereuen. Der Jägerburſch, den ich auf dem Markte von La Torre verabſchie⸗ det, mußte geplaudert haben. Ich war zwei Nächte fortgeblieben und


