Teil eines Werkes 
3 (1855) [Graf Guiseppe della Torre]
Entstehung
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uns ſelbſt bewirthen, ſo dienen wir auch dem Herrgott, ſchlecht und recht. Ihr brauchtet ja nicht viel Weſens davon zu machen, daß Ihr ein Wohlgefallen an uns hättet! Da unten triebet Ihr als römiſcher Chriſt Euere Sache nach wie vor; nur wäret Ihr gegen uns menſchlich, ließet uns— wenn's nicht anders ſein kann durchprügeln, wenn Ihr uns im Walde auf falſcher Fährte ertapptet, aber uns nicht Zeitlebens einſperren, weil wir zu einfältig ſind, um Eueren ſtolzen Glauben zu begreifen. Wir Burſche ſtänden Euch dann alleſammt zu Gebote, wenn Ihr uns da unten das Wort reden wolltet, und ich würde Euch in Fällen der Noth einen Haufen Kerle werben, deren Freund zu ſein Euch nie gereuen ſollte. Dann und wann freilich müßtet Ihr, wie geſagt, hier oben bei uns hauſen; ſonſt glaubten wir's nicht und dächten, Ihr meintet's nicht ehrlich. Mein Seel', wenn Ihr gute Kameradſchaft mit uns hieltet, ich könnt' Euch Bruder ſchelten, ſo lieb wollt' ich Euch haben!“

„Nun Freund,“ ſagt' ich,„da würd' ich nur daſſelbe Vertrauen von Euch fordern. Ihr müßt mitunter bei mir hauſen, und du ſollſt mit mir auf die Jagd gehen und aufhören auf unrechter Fährte zu treiben. Das ehrliche Waidwerk nährt bei uns ſeinen Mann, und du ſollſt zu Pferde ſitzen, ſtatt den Eſel zu treiben.“

„Ja, wenn nur Euere— Schwarzröcke nicht wären!“

„Ich ſtehe für ſie ein,“ ſagt' ich zuverſichtlich.

„Ja, wer da trauen könnte!“ lachte Pirrho. Ich hab' da unten im Kloſter ein Paar alte, gute Freunde, denen ich das beſte Geflügel bringe. Sie ſegnen mich immer; aber wenn ſie wüßten, daß die Hand eines Ketzers ſie bediente, ſie würden mir Gift ſtatt ihren Segen geben. Nuulich ſtreckte mir einer das Erucifix vor. Ich bückte mich drüber hin, ſteckte aber die Zunge heraus, ſtatt das Holz zu küſſen. Er ſah es und hieb mit dem Kreuze auf mich ein, faßte mich am Genicke und rief die Kloſterknechte. Mit genauer Noth entkam ich. Daß ich ihm geſtohlenes Wild bringe, das läßt er gut ſein, obſchon er darum weiß. Sobald ich aber nicht recht nach ſeiner Art den Anſtand habe, um mit dem Herrgott ſchön zu thun, wittert er gleich den Böſen in mir.“

„Wenn ich Eueren Pfarrer, den langen Pietro, verhöhnt hätte, mein Freund: Ihr hättet mich nicht lebendig von Euch gelaſſen!“