Teil eines Werkes 
1 (1855) [Großvater Erlaucht]
Entstehung
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Der Prophet von Zürich, ſagte Dubois,ſucht in der That nach Johannesgeſichtern, ſeitdem ihm der Landgraf von Heſſen ge⸗ ſchrieben, der Apoſtel Johannes gehe noch um.

Daß dich! rief Erlaucht,und dabei ſetzt er Einem ſo ein Genie aus der abyſſiniſchen Wüſte vor, wo der Apoſtel das reine, einzig wahre Chriſtenthum hinterlaſſen haben ſoll!

Roher Aberglaube, ſagte Dubois,iſt mir faſt noch lieber, als dieſer klügelnde, wie er ſich in den Ausſichten in die Ewigkeit kund gibt.

Hm! Kann ſein! lautete des Alten Entgegnung,roher Aberglaube macht thieriſch, der gedüftelte macht Narren.

Und doch wird dieſe phyſiognomiſche Epidemie, warf Kaver ein,wie jede Kriſe, auch ihr Gutes haben, dieſer phantaſtiſche Schwindel wird eine Zeitlang modiſch ſein müſſen, um die Pedanterie des alten Herkommens zu brechen.

So? Sie meinen? horchte der Reichsgraf auf.

Wie jedes Gift, ergänzte Dubois,ſein Antidotum hervor⸗ ruft, ſo wird auch dieſer Aberglaube ſein Gegengift erzeugen. Der Aberglaube der Welt kann nur durch Unglauben curirt werden.

Der Großvater räuſperte ſich. Kaver ſtand vor einer Klippe, wo er ſcheitern konnte. Der Geſtrenge war aufgeſtanden, ſtrich mit der Hand durch die Luft, was als ein Wink zum Aufheben der Frühſtücks⸗ tafel angeſehen wurde, und ſchritt dann mit ſeinem großen Tempo durch's Zimmer. Er ſchien mit dem Gaſt allein ſein zu wollen; er nahm ihn zur Seite und führte ihn in das Cabinet, wo er ihn abermals zum Sitzen einlud, während die Flügelthüren offen blieben. Die Cavaliere verließen das Zimmer; ich allein rührte mich nicht und lauſchte eifrig auf das weitere Examen, das für Dubois eigentlich jetzt erſt begann.

Der Geſtrenge ſaß mit unterſchlagenen Armen im Lehnſtuhl vor dem Candidaten ſeiner Wahl. Daß Dubois ihn intereſſirte, war ſchon außer Zweifel; allein er konnte ſtraucheln im Kapitel des Glau⸗ bens. Witterte der Alte einen Voltairianer in ihm, ſo war der Verkehr mit ihm abgeſchnitten.

Alſo ſo? nahm der Reichsgraf, wie er immer pflegte, wenn er beſonders diplomatiſch vorſchreiten wollte, das Geſpräch von neuem

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