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ſtand im Zuſammenhang mit jeſuitiſchen Umtrieben, und er ſollte mein Lehrer werden, eine Stellung in Belle Promeſſe einnehmen, die auf Vertrauen beruhte. Ich ſchreckte vor dem Gedanken zurück, die Fäden, die ſeinen freien Willen unterbanden, könnten ihn ver⸗ leiten, gegen das Intereſſe meines Hauſes zu handeln. Aber ich zitterte ſchon eben ſo ſehr vor der Möglichkeit, Kaver zu verlieren. Er gehörte, nach meinem beſten Gefühl, zu den Unſerigen, und doch konnte ein hingeworfenes Wort das Verhältniß zu uns unmöglich machen. Er war Proteſtant, er hatte ſich losgeſagt vom Schooße der römiſchen Kirche. Aber ſchon das genügte, des Großvaters Wider⸗ willen gegen ihn feſtzuſtellen. Er konnte der evangeliſchen Lehre mit ganzer Seele zugethan ſein, und ſeine katholiſche Herkunft ſchied ihn doch für immer von uns.
Er mußte gewarnt werden. Aber von Wem? Sollte ich mich zu ihm drängen, ihm geſtehen, daß ich ſeine Unterredung mit der Signora belauſcht? Dann war alle Harmloſigkeit zwiſchen ihm und mir zerſtört; er konnte nicht mein Freund werden, denn er ſah ſich von mir belauert. Dennoch that eine Warnung noth, noch vor dem nächſten Morgen, noch vor der Unterredung mit dem Reichsgrafen; Faver mußte wiſſen, daß er an ihm den unerbittlichſten Gegner alles Katholiſchen vor ſich hatte. Die Warnung konnte nur geheim an ihn gelangen; vielleicht wirkte ſie um ſo beſſer, je mehr ſie wie eine Stimme aus dem Verborgenen, als Mahnung eines unſichtbaren Freundes ihm Aufſchluß gab. Ich war entſchloſſen, dieſer Freund im Verborgenen zu ſein. Ich ſprang vom Lager auf, lauſchte vorſichtig nach allen Seiten, ſchob die Vorhänge vom Fenſter zurück, um das volle Licht des Mondes zu benutzen, und ſchrieb mit großen, go⸗ thiſch verſchlungenen Buchſtaben Folgendes an Saverio, genannt Kaver Dubois:
„Das Document, welches geſucht wird, iſt in die Hände des Reichsgrafen zurückgegeben. Iſt es noch vorhanden, ſo liegt es im Archive zu Belle Promeſſe, im runden Thurme. Wahrſcheinlich iſt es aber bereits ganz beſeitigt und vernichtet.— Sr. Erlaucht iſt Feind jedes Proſelyten; er haßt und verfolgt Alles, was von Rom kommt. Alſo vorſichtig, Freund, willſt du an's Ziel!
Ein Wiſſender im Verborgenen.“


