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ſie ſehnen den Moment herbei, wo das Regiment des Unduldſamen aufhört.“
„Ich kann Euch nicht hindern, handelt wie Ihr wollt und müßt!“ ſagte Kaver.— Somit ſchloß dieſe Unterredung, ſo weit ich deren Zeuge war.
Sie hatten Beide den Pavillon verlaſſen. Wie ſie neben ein⸗ ander herſchreitend im Laubgange des Gartens verſchwanden, ſaß ich in meinem Winkel noch immer wie gelähmt; eine Gewitterſchwüle lag mit den Geſtändniſſen in meiner Seele.
Wie ich nach vielfachen Umwegen im Park nach dem Salon zurückkehrte, ſcholl mir Muſik entgegen. Sanct Germanus, der Räthſelhafte, hatte ſich auf der Glasharmonika hören laſſen, einem Inſtrument, das damals für eine neue Erfindung galt. Er ſtand, wie ich eintrat, ſo eben auf; mit einer Kirchenmelodie, die er geſpielt, war er der Gegenſtand der Bewunderung geworden. Alles umringte ihn, überſchüttete ihn mit Lob. Ich ſuchte ſcheu und ſchüchtern die Nähe des Großvaters, im Fall er aufzubrechen gedachte. Er hatte ſich in eine Fenſterniſche zurückgezogen und ſtand mit unter⸗ geſchlagenen Armen und geſenktem Haupte ganz in ſtarre Betrachtung verſunken. Er hatte ſolche Augenblicke, wenn ein Argwohn gegen Dinge oder Perſonen in ihm aufſtieg. Sein Auge ſchien dem Grafen zu folgen, der mit Lavater Hand in Hand im Saale auf und ab ſchritt. Sie blieben jetzt vor dem alten Herrn ſtehen und gruppirten ſich um die Gräfin Branconi, die mit der Signora Carlotta zärtlich plauderte. Kaver mußte ſich in den Hintergrund verloren haben; meine Blicke ſuchten ihn vergeblich.„Es wird nicht Ernſt damit ſein, uns morgen ſchon zu verlaſſen!“ eiferte die Gräfin, zu den beiden Fremden geneigt.„Doch, doch!“ erwiederte Sanct Germanus mit feierlicher Salbung,„wir ſcheiden morgen. Es iſt hier unſeres Bleibens nicht. Unſere Sendung reicht weiter. Auch ſind wir nicht zu den Gläubigen, wir ſind zu den Ungläubigen geſendet. Wäre die Menſchenwelt überall ſo ſchön wie bei Euch: das neue Jeruſalem wäre ſchon auf Erden erſchienen, wir brauchten nicht unter die Heiden zu ziehen, es zu verkünden. Ja, bei Euch athmet man den Frieden Gottes! Es war für mich, außer in der Wüſte, wo ich im Gebete den Herrn erkannte, hier der einzige Ort, wo ich die Sabbathſtille


