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tigkeit eines ſolchen Gelübdes nicht anerkennen, alſo auch nicht das Recht der Kirche, es an mir zu vollziehen!“
In Kaver's düſterverhängten Blicken wiegte ſich die ganze ſchickſals⸗ volle Laſt, die ihn zu drücken ſchien, ſo klar auch ſein Wort, ſo feſt ſein Wille, ſo unerſchütterlich ſein Gedanke. Er preßte die Lippen an einander und ſah dann ſtarr zu Boden. Die Signora bot ihm mit der Gewandtheit und Grazie der Schlange im Paradieſe die Hand. Ich drückte krampfhaft meine Bruſt, als müßte ich fürchten, durch das laute Klopfen meines Herzens meine Gegenwart zu ver⸗ rathen; ich zitterte vor der Möglichkeit, er könnte ihrer Liſt unterliegen.
„Ihr werdet nicht der Thor ſein,“ ſagte die Donna,„zu denken, ich ſei ein willenloſes Werkzeug der Inquiſition! Nicht einmal der Congregation des Glaubens diene ich unbedingt. Ihr wißt, Saverio, daß uns ein höheres Bündniß einigt, ein höherer Gedanke treibt. Wir haben der Tyrannei des confeſſionellen Glaubens den Untergang geſchworen, wir gründen einen Bund freier Menſchen, die ihre Ge⸗ rechtſame als ſolche gegen einander verbriefen. Eine allgemeine Kirche, aber die einzig wahre, einzig gültige, die Kirche des freien Menſchen⸗ thums, ſoll fortan Alle verbrüdern. Dieſen Geheimbund, ſo lange er geheim ſein muß, dieſe Loge freier Maurer, wollen wir ſtiften. Du biſt der Sodale dieſes Bundes, du wirſt dein eigenes Gelübde nicht brechen!“
Sie ſtand wie eine Königin von Saba vor ihm da, der Fana⸗ tismus ihres Weſens hatte eine gewiſſe Majeſtät.„Ich entziehe mich Euch nicht,“ ſagte Kaver,„wollt Ihr mir doch auf die dunkelen Spuren meines Daſeins verhelfen; aber Ihr könnt nicht verlangen, daß ich, geſetzt, ich theilte Eueren Zweck, auch jedes Euerer Mittel zum Zweck theile. Was hat die Entdeckung, was hat der Raub eines Documentes für Zuſammenhang mit der Loge zum neuen Je⸗ ruſalem?“
„Den allernächſten!“ eiferte die Donna,„es hilft einen pro⸗ teſtantiſchen Tyrannen entlarven, der den katholiſchen Glauben nicht zu kränken eidlich und ſchriftlich gelobte! Die Landſtände ſeines Reiches ſind evangeliſch; ſie können auf dieſe Zuſage hin, ſich von ihrem Fürſten losſagen. Die Erben des Landes ſind römiſch⸗gläubig;


