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Wir ſtanden im Hofe; Jacob half mit der Stalllaterne dem fahlen Mondſchein leuchten. Ich umarmte den einzigen wahren Freund, den ich zurückließ, und wickelte mich in meinen Mantel.
„Reiten hat der junge Herr hier ſchwerlich gelernt!“ rief der Alte, der ſchon im Bügel ſaß,„nehme ihn Einer vorn auf's Pferd!“
Alſo doch„junger Herr“ vor den Dienern! dacht' ich, nicht junger Burſche und nicht gleich Fuchtel! Muth! Und Poſto gefaßt, wo haarbreit Land gegeben wird! Das waren meine Gedanken, wie wir das Jagdhaus verließen. Philemon rief mir noch ſeinen Segen nach, Frau Baucis wehte mit dem Tuche, Jacob klapperte mit den Holzpantoffeln, der Thorweg knarrte, der heiſere Hofhund und der Mops kläfften hinter uns drein. Damit ſank die Idylle meiner— Kindheit hinter mir zurück; ich ahnete nicht, daß ich den Schauplatz in ſo kurzer Zeit, wenn auch nur auf Augenblicke, wieder betreten ſollte.
Zweites Rapitel. Ein Tag am Hofe zu Belle Promeſſe.
„Heda! links ab, dicht am Walde hin!“ rief ich plötzlich laut, wie ich ſah, daß die vorderſten Reiter vom ſchmalen Stege ab in die ſumpfige Tiefe lenkten. So ſehr ich wie ein bloßes Bündel in den Reitermantel gewickelt auf dem Sattelknopf ſaß, hatte ich doch die falſche Fährte, die man einſchlug, ſchnell entdeckt. Die Cavalcade hielt. Der Mond, eben ſo eingehüllt wie ich, nur ſeinerſeits in Wolken, lugte mit einem Auge hervor und offenbarte uns den Moor⸗ grund, in den wir ſicher hineingerathen wären.
„Hat Recht!“ ſagte der alte Herr, indem er mit der einen Hand auf die Croupe ſeines Gauls gelehnt, ſich rückwärts zu mir drehte. „Wir wären hier in den Schlamm geritten; iſt doch zu was nutze, der— junge Herr da!“
Ich freute mich wie ein Eichkätzchen über dieſe halbe Anerkennung meines Werthes, meines doch nicht ganz nutzloſen Daſeins. Reiten hab' ich freilich nicht lernen können, dacht' ich, ich hätte denn Knecht
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