rende Herr im Lande Ew. Gnaden Großvater ſind, hat das Ihnen der Herr Pfarrer nun endlich geſagt?“
„Ich weiß Alles, Jacob, meine Mutter iſt die Prinzeſſin von Tombuctu.“
„J, was Ew. Gnaden ſpaßhaft ſind, recht wie ein Goldprinz!“
Er ſchüttelte ſich vor Lachen und holte dann wieder tief Athem aus der Flaſche.
„So iſt denn Alles gekommen, wie ich mir's gedacht habe,“ ſagte er, und ſchlug ſich mit der Hand auf die Schenkel, daß die weiß geſtrichenen Bocksledernen rauchten.„Ja, ja, ich dachte mir's wohl, es würde doch endlich Alles an den Tag kommen müſſen! Und die vornehme verſchleierte Dame würde doch mal endlich wieder erſcheinen und ſich ihr hochgräfliches Söhnchen holen!“
Die Flaſche war leer, aber Jacob war voll und floß über. Ich preßte die Hand, während er erzählte, gewaltſam gegen mein klopfendes Herz; ich erfuhr, was Jacob von den Meinigen wußte.—
Es war nicht immer ſo ſtill hier im Waldhauſe zugegangen. Ich war hier als kleines Bübchen hergebracht, von unbekannten Leuten; heimlich und ohne daß Jemand wußte, wer ich ſei, noch wem ich angehöre, ward ich den Händen der alten Pfarrersleute übergeben, die eigens um meinetwillen hierher überſiedelten. Ich war hier abgeſetzt, wie in katholiſchen Ländern ein Findelkind. Es krähte ſozuſagen kein Hahn nach mir; nur eine Henne kam nach langer Zeit, ſie hatte meinen Aufenthalt auskundſchaftet und kam heimlich ab und zu, ihr Küchlein zu beſuchen. In ſchwarze Schleier tief verhüllt, erſchien eine Dame, von einer Kammerfrau und einem Diener begleitet. Vorn am Brühl, wo der Sumpf nur Fußgängern oder einem vorſichtigen Reiter den Weg geſtattet, hielt jedes Mal der Wagen mit den ſchaumbedeckten Roſſen, der ſie im Fluge die Nacht durch auf Eilmärſchen, alſo aus weiter Ferne, hergeführt. Die Dame ward vom Pfarrer und ſeiner Frau mit großer Ehrfurcht, aber mit eben ſo vieler Angſt empfangen. Sie habe ſich immer in das große Zimmer verſchloſſen, habe lange Zeit am Bette ihres Kindes geſeſſen und ſei dann mit verweinten Augen, halb ihrer Sinne kaum mächtig, zu ihrem Wagen zurückgebracht. Das letzte Mal war ſie in einer Sänfte gekommen, die mit den Trägern im Gebüſch hielt und ſie zur Kutſche führte. Soviel wußte der Knecht


