ſein, ihn einmal etwas ganz Gutes beziehen zu laſſen. Im Stall, wo er ſchlief, ſtand ſeine Branntweinflaſche. Sie war leer, aber ſie duftete ſtechend wie Gift. Im Keller hatte die Frau Pfarrerin alten guten Rheinwein, von dem der geſtrenge Herr Oberförſter trank, wenn er auf ein Abendſtündchen bei uns einſprach. Für jenen Abend hatte er ſich bereits angeſagt, und wie die Frau Paſtorin in den Keller ſtieg, ſchlich ich hinter ihr her und ſchlüpfte hinter die Thür, eh' ſie ſich wandte. Sie hatte mich nicht bemerkt, kam zurück und ſchloß hinter ſich ab. Raſch ergriff ich die Flaſche Rheinwein beim Halſe und hielt ſie unter dem Rockſchoß verborgen; dann ſchrie ich und tobte mit den Füßen gegen die Thüre, bis die Erſchrockene wieder kam und öffnete. Sie ſchalt mich Wildfang, und ich lachte aus Leibeskräften, indem ich mich rückwärts vor ihr herſchob, im dunklen Gange ihr entſchlüpfte und mit der Beute glücklich in Hof und Stall gelangte. Ich verriegelte die Thür und koſtete eifrig den würzig duftenden Labe⸗ trank. Ich koſtete von neuem, ſog in langen Zügen, und fühlte ein ungewohntes Feuer durch meine Adern ſtrömen. Mein Gehirn begann zu ſchwärmen. Dann überkam es mich wie ſanfte Betäubung; ich that noch einen kräftigen Zug, um mich munter zu erhalten und verkroch mich in's Heu, das vor mir aufgehäuft lag. Meine Augen rollten, und wenn ich ſie ſchloß, traten funkelnde Geſtalten vor mich hin, winkten und lächelten mir zu. Ich glaubte auf einem Flügelroß zu
ſitzen und focht mit beiden Händen um mich her; meine Entzückung
ging faſt in Viſionen über.
„Alle Wetter, der junge Herr ſtecken im Heu!“ rief Jacob durch's Fenſter und ſtand mit einem Satze vor mir. Ich winkte ihm Schweigen zu, reichte ihm lächelnd die Hand und ſagte mit der Herablaſſung eines großmächtigen Potentaten:„Setz' dich zu mir, mein Getreuer, hier auf dieſe Ottomane. Heu nennſt du dieſen Flaum? So wenig ich Der bin, der ich ſcheine, ſo wenig iſt dies gemeines Heu. Komm, ſetz' dich zu mir und trinke! Es ging uns hier lange Zeit ſchlecht genug; wir wollen uns, wie der Lateiner ſagt, einmal bene thun.“ „Was,“ ſagte Jacob,„der junge Herr ſind ja wie verwirrt?“ „Ich koſtete nur, es iſt Alles für dich!“
„Wie, aus dem Keller? Den trinkt ja der Herr Oberförſter?“
mein:
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