Teil eines Werkes 
1 (1855) [Großvater Erlaucht]
Entstehung
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Menſch mit ſeinen Barbareien die Schöpfung verdirbt, mit ſeiner Fratze ihre Schönheit ſtört.

Mir träumte, ich ſei ein heimlicher, verzauberter Prinz, den der Machtſpruch eines böſen Kobolds in ein Thier verwandelte. Starr und ſtumm verſank ich die Nacht in den Traum meines Unglücks.

Seitdem ſchlich ich heimlich gern in den Wald hinaus und lauſchte auf die Stimmen draußen und meinte, ſie würden mir verſtändlicher ſein als die Worte der Menſchen.Sein Geſicht gefällt mir nicht! Der Verdammungsſpruch des alten Herrn klang noch lange wie ein dumpfer Schall in meiner Seele nach. Ich wurde empfindſam bis zur Nervenkränklichkeit. Wenn der Fink imHain luſtig ſchlug, der Specht ſein ſchallendes Geräuſch erhob, ſo nahm ich das wie Spott und Hohn auf mein Unglück; aber in den einſam klagenden Sängern der Nacht ſuchte und fand ich meine gleichgeſtimmten Mitgeſchöpfe.

Der Pfarrer ward immer unzufriedener mit meinem Verhalten. In den Lehrſtunden war ich faul und zerſtreut, in der übrigen Zeit ſteigerte ſich meine Willkür im Verfügen über meine Erholungen bis zur Verwegenheit. Ich ſtieg Nachts, wenn Alles ſchlief, zum Fenſter hinaus und ſtreifte in der Landſchaft herum, mit Peitſche und Stange bewaffnet, ſchreckte die Wildhühner im Sumpfe, die Haſen im Felde auf, und hörte wie der Auerhahn mit Anbruch der Sonne balzte. Allmählich wagte ich mich immer mehr in die Gegend hinaus, doch hielt mich die Furcht vor der nahen Grenzwache, die jedenLandläufer einſteckte, in gewiſſen Schranken. Daheim war Lärm und Geſchrei, wenn Philemon und Baucis frühmorgens mein Neſt leer fanden.

Philemon ſchrieb an den geſtrengen Herrn, er könne halten zu Gnaden! nicht mehr mit mir fertig werden. Seit einiger Zeit hatte er ſich zur Mithülfe in meiner Erziehung, reſpective Bändigung, einen Knecht zugelegt. Dieſe Bereicherung des Perſonals im menſchen⸗ ſparſamen Jagdgehöft gefiel mir ausnehmend, ſchlug in meinem Sinne nur zu meinem Vortheil und Vergnügen aus. Knecht Jacob, Bei⸗ gehülfe für meine Erziehung und mein Wächter, krug nebenbei Waſſer und ſcheitete Holz. Er war ein ſehr feiſter rothwangiger Menſch, einer von denen, die ſtarr und ſtumm, vor lauter Geſundheit nicht aus den Augen ſehen können. Wir waren bald die beſten Kameraden und Freunde.

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