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ſie mit dem alten Waidmann in einer Sprache, von der ich nichts verſtand; nur an ihren Blicken ließ ſich abnehmen, daß ich der Gegen— ſtand ihrer Unterhaltungen ſei. Ein einziges Mal hatte der alte Herr mich mit beiden Händen an den Schultern erfaßt, mich zutraulich und herzlich geſchüttelt. Ich wußte nicht wie es gemeint war und ſah ihn ungewiß an. In ſeinen großen, ſtolzen Augen dämmerte es wie Wohlwollen und Neigung; aber ſelbſt ſein Unwille war nur ein ver⸗ ſtohlenes Wetterleuchten, das ſtumm vorüberzieht. Ein ander Mal hette er mich lange voll Groll und Argwohn von der Seite angeblickt und mich dann von ſich geſtoßen.„Sein Geſicht gefällt mir nicht!“ Mit dieſem barſchen Worte, polternd und dumpf hervorgeſprudelt, war die Prüfung zu Ende und ich ward entlaſſen. Das Wort blieb wie ein heimlicher Dolch in meinem Herzen ſtecken.
Es war das erſte bittere Gefühl in meinem Leben, ich hatte die erſte ſchlafloſe Nacht darauf. Der Pfarrer hatte mich, wie immer, pünktlich in meine Kammer geführt, hatte das Licht gelöſcht und war von dannen geſchlichen. Ich drückte das Auge gewaltſam zu, aber der alte hohe geſtrenge Herr mit ſeinem gothiſchen Angeſicht, der ſcharf geſchnittenen Naſe und den wie Kirchenbogenfenſter gewölbten Brauen, ſtand leibhaftig im Geiſte vor mir und hielt meine Sinne wach. Ich ſprang auf, trat an's Fenſter und öffnete den Flügel. Es war eine milde, warme Nacht; der hohe Buchenwald umſchloß wie ein Gewölbe geheimnißvoll das Haus. Wie in Traum verſunken, wie von einem Zauber gebannt und auf das Wort der Erlöſung ſchmerzlich harrend, lag Alles um mich her. Zum erſten Male befiel mich dieſe Stille mit einer geſpenſtiſchen Bangigkeit. Eine Nachtigall ſchlug; ich hatte ſie oft ſchlagen hören und nichts dabei gedacht. Plötzlich wandelte mich die Ahnung an, das ſei der Klagelaut einer eben ſo wie ich verſtoßenen Seele. Der Pfarrer hielt noch die Runde im Gehöft, die Magd ſchob den Riegel vor die Pforte, und oben im Erkerzimmer ſang Frau Baucis mit heiſerer Stimme:„Nun ruhen alle Wälder.“— Ich hatte zum erſten Mal ein Gefühl von der ſchmerz⸗ lichen Melancholie, die unverſtanden und bewußtlos im Pulsſchlag der Natur athmet. Die Nachtigall ſchwieg, die klägliche Stimme der Alten hatte ſie vielleicht verſcheucht. Ich fühlte zum erſten Mal, wie der
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