Teil eines Werkes 
1 (1855) [Großvater Erlaucht]
Entstehung
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ſchlendernder Jäger, ein Paar Holzhauer grüßten, wanderte man ohne Pfad und Ziel im Buchenhain herum. Die Droſſel ſchlug, die ſchwarze Amſel ſang ihr Lied, wilde Kaninchen fuhren aus ihrem Verſteck, ein ſcheues Reh lugte neugierig aus dem Gebüſch. Die Art erklang, ein Schuß fiel; dann begrub die Oede den einſamen Ton. In dieſen Gründen rieſelte kein Bach, ſelbſt das Waſſer, das Bild des Lebens, war hier ſtill verſunken. Hier ſcholl kein Echo, jeder Laut erſtarb in ſich ſelbſt. Lag ein geheimer Bann auf dieſer verlaſſenen Welt? Ein Gelübde des Schweigens als Sühne fün eine uralte Miſſethat?

In der Einſamkeit des Waldes wird das Gehör fein und weit greifend; der phyſiſche Menſch dehnt ſich aus und bezwingt mehr Welt um ſich herum. Mein geſchärfter Gehörſinn hat mir im Leben oft genug gut gedient; ſonſt hatte ich als Kind wenig Sinn für die Reize jener verlorenen, von unſeren Dichtern ſo vielfach beſungenen Waldeinſamkeit. Aber ich betrat in alten Tagen wieder, mit der Summe der Schmerzen, die das Leben gibt, den Schauplatz meiner erſten Kindheitsjahre. Da überfiel mich die ganze Wehmuth und der ſüße bange Schauer meiner erſten unverſtandenen Sympathie mit dieſer wildverwachſenen Oede. Sind vielleicht nur lebensmüde Geiſter für das empfänglich, was man romantiſch nennt? Sind es nur krankhafte Stimmungen der Seele, wenn ſie die Mißgeſtalt der Menſchenwelt flieht, verwundet vom Unglück, überſättigt vom Genuß in die Stille flüchtet, die ihr dann nicht mehr ſtill, ſondern beredt iſt, ihr wie ein leiſes Schlummerlied verſtändlich wird? Ich hatte als Kind nichts zu betrauern, keine Vergangenheit zu beſchwichtigen gehabt; mein junges Gemüth war ſelbſt ſo leer und ſtumm geweſen wie dieſe waldgrüne Oede, die mich umgab. So ſind die Tröſtungen der Religion auch nur für die Mühſeligen und Beladenen; das Chriſtenthum kam auf, nachdem ſich die Welt in wilder Leidenſchaft Wunden geſchlagen, für die ſie in ſich ſelber keine Heilung wußte. Für den Knaben war dieſe Zuflucht aus der verworrenen Welt, dieſer Friede der in ſich ſelbſt verſunkenen Natur bedeutungslos, ſie war ihm ja kein Aſyl eines bedrängten Herzens. Man muß geſündigt haben, um die Wonne der Reue zu empfinden; man muß Unglück gehabt haben, um ſelbſt nur an Gott

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