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„Nein, wenn man nicht betrügt, dann nicht.“
Charles litt die Buße, die man in der Regel erleiden muß, wenn man Unſinn geſchwatzt hat; denn er ſah ſich jetzt in einem Dilemma. Darum ſagte er gebieteriſch:
„Ich werde Dir morgen einen Ball kaufen. Ich werde nicht dulden, daß Du am hellen Tage mit Knöpfen an den Mauern umherſpielſt.“
Das war das erſte Mal in ſeinem Leben, daß der Knabe Unſinn reden hörte. Es war ihm eine neue Empfindung. Er warf nochmals einen ſcharfen Blick zu Charles' Ge⸗ ſichte empor und ſetzte darauf ſeine Arbeit fort.
„Wo wohnſt Du, mein kleines Männchen?“ frug Charles gleich darauf mit jener angenehmen Stimme, die ich ſo gut kenne.
Der Knabe blickte diesmal nicht gleich in die Höhe. Wahrſcheinlich geſchah es nicht oft, daß man ſo freundlich mit ihm redete. Er arbeitete eifrig fort und ſagte, er wohne in Marquis Court, in Southwark.
„Warum kommſt Du ſo weit hierher?“ ſagte Charles.
Der Knabe erzählte ihm, warum er Tag für Tag den langen Weg hierher nach dem Weſtende mache. Es geſchah aus Familiengründen, in die ich mich nicht zu tief einlaſſen darf. Eine gewiſſe Perſon, ſchien es, kam noch von Zeit zu Zeit einmal nach Hauſe zu ihrer Mutter, um die Höhle zu beſuchen, in der ſie groß gezogen war. Und es war dort noch Einer, der eine Woche nach der andern auf ſie wartete, noch ein Paar Kinderfüße, nackt und ſchmutzig, die mit ihr heim zu trippeln, eine Kinderſtimme, die auf ihrem Wege nach ihrem gräßlichen Heim mit ihr zu plaudern und ſie Schweſter zu nennen ſich freuten.
Kingsley, Ravenshoe. II. 14


