Teil eines Werkes 
2. Bd. (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

rke, en;

205

„Nun“, fuhr der Andere fort,„General Mainwaring kam und legte ſeine Hand auf Lord Welter's Schulter und bewog ihn, ziemlich ruhig mit ihm fortzugehen. Das iſt jetzt Alles, was ich davon weiß.“

Offenbar wußte er auch nicht mehr. Charles ſtand auf und ging und wanderte von Straße zu Straße in tie⸗ fem Sinnen.

Geſetzt, er käme doch zufällig mit Lord Welter zuſam⸗ men, wie ſollte er da handeln? Was ſollte er ſagen? Wahrhaftig, die Frage war ſchwierig. Die Anomalie ſeiner Stellung war ihm nie ſo ſchlagend vor die Augen getreten, als in dieſem Augenblicke. Was konnte er ſagen? Was konnte er thun?

Nach der erſten gewaltigen Erſchütterung war der Gedanke an Adelaide's Untreue nicht mehr ſo fürchterlich geweſen, als während der erſten paar Tage. Manche ihrer unliebenswürdigen kleinen Charakterzüge, wie Eitel⸗ keit, Selbſtſucht und dergleichen, die früher von ihm unbe⸗ achtet geblieben waren, begannen ſich ihm jetzt in ziemlich ſcharfem Relief zu zeigen. Zorn, Entrüſtung und Liebe, alle Drei durcheinander, Eines abwechſelnd das Andere zurückdrängend, bildeten die Gemüthsverfaſſungen, in denen Charles ihrer gedachte. In dem einen Augenblicke ſagte er zu ſich ſelber:„Wie ſchön ſie war!“ und im näch⸗ ſten:„Sie war falſch wie eine Tigerkatze; ſie konnte mich nie geliebt haben.“ Wenn er aber an Welter dachte, mei⸗ ſterte ſein Zorn alles Andere, und er biß die Zähne zuſam⸗ men und ein paar Momente fühlte er, wie das Blut ihm nach dem Kopfe ſtieg und in ſeinen Ohren ſauſte. Hoffen wir, daß Lord Welter nicht in einem ſolchen Augenblicke