Während die Mutter den großen friſchduftenden Strauß zertheilte, um ihn vorläufig in die kleinen Waſſergläſer, die mit dem Frühſtück gekommen waren, ſetzen zu können und kein weiteres Klingeln erſt nöthig zu haben, ſagte Melanie, die das Geſchenk mit auf⸗ richtiger Theilnahme entgegengenommen hatte:
Und wer weiß, kluger Mann, ob dieſe Blumen nicht heute ganz früh in der Stille im Pfarrgarten gepflückt wurden, während die gute treue Gattin und die fünf Schreihälſe von Kindern noch ſchliefen! Laßt mir den Pfarrer!
Und die geſtrige Scene? fragte die Mutter.
Die ſtille Frau, die hier ſaß, als könnte ſie nicht Fünf zählen und zu Allem lächelte, ſagte Bartuſch, hat einen Anfall von Leidenſchaft gehabt und ſehr ge⸗ weint. Stromer aber ſchlug auf die Tiſche, drohte mit allen möglichen Entſchließungen und die Kinder, aufgeſchreckt aus den Betten, in denen ſie ſchon ſchlie⸗ fen, warfen ſich zwiſchen die beiden Streiter und ſuchten Frieden zu ſtiften, bis die Hunde der Mühle anfingen zu bellen und die Eheleute zur Beſinnung auf die geiſtliche Würde des Hauſes zurückriefen. Die Frau ſchwieg, aber, wie ſie geſagt haben ſoll, nur aus Schonung für die kranke Müllerin. Unglückliches Bild der Ehe! ſeufzte Melanies


