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verwöhnt bequem. Der Mittagsſchläfer gähnte mit mehr Behaglichkeit, als er würde empfunden haben, wenn ihn der Bauer, dem das Kornfeld gehören mochte, in der Verwüſtung ſeines Eigenthums betrof⸗ fen hätte. Wie er den Maler entdeckte, ſtützte er, wieder lang ſich hinwerfend, den Kopf auf den Arm und ſchickte ſich an, in größter Ruhe ſeinen Nachbar keck zu beobachten. Die rechte Hand ſteckte er dabei behaglich in die Seitentaſche ſeiner Pantalons; die linke kratzte ſich die Aehren aus dem etwas röthlich kurzgeſchorenen Haar. Statt den Maler anzureden, pfiff er ſich eine Melodie, die nicht zu den gewöhn⸗ lichen gehörte und Bekanntſchaft mit den Modeopern
verrieth. Siegbert Wildungen war der neueſten Opern
ſicher unkundiger, als jener bequeme und in ſeinen Blicken faſt zudringliche dreiſte Geſell.
Während Siegbert in ſeiner Zeichnung fortfuhr und das Zifſerblatt des Thurmes bald den vollen Schlag der fünften Stunde voraus anzeigte, hörte man einen Wagen in der Nähe. Eine herrſchaftliche Kutſche fuhr von der Allee, die zur Stadt führte, die Anhöhe herauf und hielt vor dem Eingangsportal des in Siegbert's Rücken liegenden herrſchaftlichen Gartens. Er hatte des geſchmackloſen kleinen Schloſ⸗ ſes, das dem Beſitzer von Tempelheide zu gehören
Die Ritter vom Geiſte. I. 2


