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Der junge Maler war nach einfachem Mittags⸗ mahle auf dies beſcheidene Dörfchen— es hieß Tem⸗ pelheide— von der großen lärmenden Stadt hinaus⸗ gewandert, hatte ſich, rings den Hügel muſternd, die günſtigſte Stelle für ſeinen Plan auserleſen, und zeich⸗ nete die Kirche und den Friedhof aus einem Intereſſe, das nicht blos ein künſtleriſches genannt werden konnte. Er wußte nämlich, daß dieſe Trümmer Reſte eines alten Tempelhofs waren. Das große Kreuz über der Kirche, in eigenthümlicher Form, bewies, daß einſt die Tempelritter, die hier gewohnt hatten, auch die Gründer und Erbauer dieſer Kirche waren. In ſei⸗ nen Jugenderinnerungen ſelbſt an ein altes Templer⸗ haus, die Zierde ſeiner im Harz gelegenen Vaterſtadt, vielfach gemüthlich verwieſen, nahm er um ſo leben⸗
digeres Intereſſe an dieſen ehrwürdigen hiſtoriſchen
Reſten, als ihm auch ſein erſtes Probeſtück beim Ein⸗ tritt in die große Genoſſenſchaft der ſozuſagen losge⸗ ſprochenen Künſtler, Jakob Molay's Feuertod, ſo brav gelungen war, daß er ſchon jetzt zu den ſicherſten Hoff⸗ nungen der neuern Malerkunſt gerechnet werden konnte. Dankbarkeit auch gegen den glücklichen Gegenſtand ſei⸗ nes Bildes, den Märtyrertod der alten franzöſiſchen Tempelherren, hatte ihn hierher nach dem Dörfchen Tempelheide geführt, wo auch einſt Tempelherren ge⸗
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