Conſtanze war glücklich, war dem Freunde ver⸗ bunden, der alle Bedenken ſeiner früheren Werbung dem ſeligſten Augenblicke opfern mußte; ob arm, ob reich, das hatte er zu bedenken vergeſſen; nur Con⸗
ſtanzens Ange war im Augenblick ſeine Welt; zu.
ihm blickte er auf, als er ſie an ſein Herz zog. Von ihm ſtrömte ihm auch Troſt und Geneſung zu; ſein Strahl wollte für ihn wachen, wollte ihm leuch⸗ ten, bis er ſelbſt die volle Kraft ſeiner Jugend wieder⸗ gewann.
Er gewann ſie. Conſtanze verweilte nur noch einige Wochen in dem ihr unheimlich gewordenen Friedenthal, dem ſie aus tiefſter Seele einen andern Geiſt, den Geiſt der reinen Menſchenliebe und Huma⸗ nität, wünſchen mußte, bis Wolmars Angelegen⸗ heiten, ſeine Anſtellung, ſeine Ueberſiedelung in die zweite Heimath am Rheine geordnet war. Auch ihr war es, als wenn ſie genas von einer ſchweren Krankheit. Freydank hatte nur halb Recht, ſie die Krankheit der Schwärmerei zu nennen. Sie war mehr als nur einem Wahne der Zeit gefolgt und dem Frie denthal dankte ſie gern, daß ſie Julianen und mit ihr Wolmarn wiederfand. Sie ſchlug eben wie immer ihr Herz nicht an, das ſie dorthin geführt hatte, und
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