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Die Diakonissin : ein Lebensbild / von Karl Gutzkow
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Sorge widme, ſie wäre bei ſchwereren Kranken wich⸗ tiger, er fühle ſich beſſer, er hoffe mit der gewöhnlichen Umgebung, die ihm Freydank zu Gebote ſtelle, auszu⸗ kommen.

Keine Antwort erfolgt. Er lieſt weiter. Er hört das Aufräumen um ihn her.

Oeffnen Sie doch das Fenſter! ſpricht er. Die Luft iſt ſo erfriſchend.

Octoberluft? war die leiſe Antwort. Sie dürfte Ihnen nicht wohlthun.

Er ſchweigt und lieſt weiter.

Selbſtmord lautet ſein Geſchriebenes,iſt

Wahnſinn. Und was iſt Wahnſinn? Das ewige Drängen der Natur, conſequent zu bleiben. Selbſt die kranke Natur ſucht conſequent zu ſein; daher die Methode in ihrem Irren. Ein Geiſteskranker ward es oft erſt dadurch, daß er das halbe Bewußtſein, das ihm eine phyſiſche Krankheit zurückließ, zu ſchnell ſchon wieder mit dem Leben, das er noch nicht ertra⸗ gen, mit der Luft, die er noch nicht athmen konnte, mit den Zerſtreuungen der Bewegung, die er noch nicht zu unterſcheiden verſtand, vermitteln wollte. Sein Wahn iſt die Conſequenz ſeiner Vorſtellungen, die er mit Aengſtlichkeit und ohne Ueberlegung ſuchte.