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Die Diakonissin : ein Lebensbild / von Karl Gutzkow
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Wolmar hält inne und überſieht, wie viel davon auf ihn ſelbſt paßt. Er will ſich zerſtreuen, ſteht auf, geht ans Fenſter, ſetzt ſich ans Piano und ſucht eine Melodie.

Kennen Sie nicht die Melodie, Fräulein,Mein Herz iſt am Rheine, am heimiſchen Strand? fragt er.

Er ſieht ſich nicht um. Er hört eine Stimme, die mit zitterndem Anſchlag den Anfang des Liedes intonirt. Die Stimme iſt ſo lieblich, ſo zum Herzen ſprechend. tert hört ſie mitten im Geſange auf.

Wolmar ſchlägt die Taſten an und ſpielt die nach.

iſt Ihnen? ſagt er, als die Sängerin ab⸗ 3 ſich umzuſehen. Sind Sie nicht wohl?

Ich bin wohl iſt die Erwiederung, die ihn befremden mußte; denn von Thränen ſchien das Wort erſtickt zu ſein.

Wolmar blickt auf. Er ſieht die Geſtalt ſeiner Pflegerin abgewandt. Es iſt die Diakoniſſentracht, die ſie trägt

Indem fällt ihm auf, daß die Geſtalt ſeiner Pflegerin heute ſchlanker und größer ſcheint

Iſt das Schweſter Juliane? ſagt er ſich und

ſpringt vom Piano auf.

Die Pflegerin will gehen. Sie hat die Thür