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Die Diakonissin : ein Lebensbild / von Karl Gutzkow
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gerufen in einem Momente, der über ſein Leben ent⸗ ſcheiden ſollte. Sie verſprachen mir einſt, hatte er zu Guntram geſagt, daß Sie mich über Ihre damalige Grauſamkeit aufklären würden.Daß Sie mir danken würden! ſagte ich; hatte Guntram entgegnet und die Freude hatte ihn fortgeriſſen ein Geſtändniß zu machen über Dinge, die er zu verſchweigen dem Andenken ſei⸗ nes Freundes Artner faſt verpflichtet war.

Guntram hatte geſagt: Doctor, ich wollte, daß Artner ein ehrlicher Mann blieb! Artner beſaß ein zurückgelegtes Capital, das hier in der Reſidenz beim Notar von Emmen ſtand, ein Capital, das der Sicher⸗ heit wegen auf meinen Namen hier eingeſchrieben ſtand. Dieſe Summe ſollte Conſtanzen verbleiben, als ein ſichres Heirathsgut ſelbſt im Zuſammenbruch der kaufmänniſchen Ehre ihres Vaters. Artner ahnte die hereinbrechende Kataſtrophe. Während eines Gaſt⸗ mahls, dem Sie damals in Anweſenheit Wisthalers beiwohnten, empfing er die untrüglichen Anzeigen ſeines bald entſchiedenen Schickſals. Zitternd, in fiebernder Aufregung, ſuchte er ſich zu beherrſchen und nur Eines noch kümmerte ihn, Ihr Geſtändniß zu beſchleunigen und das Glück ſeines Kindes zu ſichern. Das Capital, das er auf meinen Namen beſaß, 14*