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Die Diakonissin : ein Lebensbild / von Karl Gutzkow
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wo Ottilie leider zufällig eine kleine Geſellſchaft ver⸗ ſammelt hatte. Er gab ſich dieſer gegenüber künſtlich eine gewiſſe Feſtigkeit, trotzte ſich eine Kraft ab, die er nicht beſaß; ich hielt dieſe Kraft für natürlich und glaubte, ein unbefangenes Einführen gleich unter Menſchen, von denen er den größeren Theil kannte, würde ſeinen Trübſinn am eheſten zerſtreuen. Alles begrüßte ihn voll Herzlichkeit, er erwiederte auch, Ottilien aber muſterte er ſchon befremdeter und als die Fragen zunahmen, die Eindrücke ſich zu bunt durch⸗ einander drängten, entſetzte uns Alle die plötzliche Ver⸗ kehrtheit ſeiner Antworten. Er ſchien ſein Verſehen ſelbſt zu bemerken, verwirrte ſich immer mehr, brach zuletzt in ein helles Lachen aus und als Alles entſetzt entfloh, hatt' ich ihn in meinen Armen weinend und mit dem ihm ſelbſt völlig klaren Ausrufe: Ich bin verloren.

Selbſt weinend unterbrach Conſtanze: Sie hat⸗ ten unvorſichtig gehandelt.

Auch die Aerzte ſagten's, fuhr Frehdank fort. Meine Methode war wieder einmal falſch. Einſame Pflege, ſtille Sammlung, Ruhe und allmälige Gewöh⸗ nung an ein Wiedererkennen der Menſchen und der Dinge war die Methode, die uns vorgeſchrieben wurde.