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Die Diakonissin : ein Lebensbild / von Karl Gutzkow
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ſie oft ſpottend zu ſagen pflegten, etwas Lateiniſches. Er wohnte nicht wie ein Emir, er umgab ſich nicht mit einem Harem eingeborener Sclavinnen, er ver⸗ träumte nicht ſein halbes Leben in mehr oder minder gefährlichen Jagdabenteuern und darauf folgenden ſinnlichen Erholungen. Gerhard Hartlaub hatte die Blüthe ſeiner Mannesjahre erreicht ohne ſein Herz für die Regungen einer reinen Liebe abgeſtumpft zu haben und ohne erſchöpft zu ſein für den Genuß neuer und lebendiger Eindrücke. Eine Bewerbung, die er in jüngeren Jahren um die Hand der liebenswürdigen Tochter eines in Batavia etablirten Kaufmanns ange ſtellt hatte, war durch den Tod geſtört; das unerbittliche Klima hatte die zarte Blüthe hinweggerafft. Auch über dieſe Erinnerungen war die Zeit hinweggegangen und Hartlaub kam mit offnem Herzen und empfänglichem frohem Sinn auf den europäiſchen Boden zurück.

Der ſtattliche Mann mit den blauen Augen, der hohen edlen Stirn, die das vorn verlorne lockige Haupt⸗ haar in ihrer Wirkung nur hob, nahm überall für ſich ein. Die militäriſche Welt mußte anerkennen, daß bei einem ſolchen Krieger die perſönliche Tapferkeit über die Bekanntſchaft mit den ſtrategiſchen Feinheiten civi⸗ liſirter europäiſcher Heere, die ihm vielleicht fehlte,

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