portirt wurde, dachte er mit Wehmuth an ſeine Cou⸗ ſine und ſchrieb Folgendes in ſein Tagebuch:
„Als ich vor einigen Monaten Mathilde nach Hauſe brachte, betraten wir gemeinſchaftlich den Park und ſahen dort einen ſo eben vom Sturme zerſchmetterten Baum, worauf ich zu mir ſelbſt ſagte, daß unſere Heirathspläne in gleicher Weiſe durch das Geſchick zer⸗ trümmert werden würden. Was damals mein Geiſt dunkel ahnte, iſt ſeither zur Wahrheit geworden. Habe ich denn während dieſes Jahres den ganzen Reichthum von Glückſeligkeit geleert, der mir in dieſer Welt be⸗ ſchieden iſt?*)
Eins iſt richtig: Cäſar wußte ſich im bithyniſchen
Eril die Zeit beſſer zu vertreiben als Napoleon in dem
*) Der Stamm dieſes zerſchmetterten Baums exiſtirt noch. Ich ſah ihn ſelbſt vor kurzem in Arenenberg. Links von dem Gartenwege, der zum Schloſſe führt, fiel mir ein kleiner Epheu⸗ hügel in die Augen; ich machte eine Bemerkung zu dem Caſtellan, der mich umherführte, und dieſer erzählte mir Folgendes:
Als Louis Napoleon einmal ſeine Couſine Mathilde, die in Arenenberg zu Beſuch geweſen war, nach Conſtanz begleitete, er⸗ hob ſich ein mächtiger Sturmwind, der einen ſtarken, mit Epheu umrankten Baum niederwarf, ſodaß er quer über den Weg fiel und ſich dem von Konſtanz zurückkehrenden Prinzen wie eine Bar⸗ rikade entgegenſtemmte. Der Stamm wurde entfernt, der Epheu wucherte jedoch um den Baumſtrunk luſtig fort und bildet nun ſchon einen ziemlich großen grünen Hügel.


