186
„Und Du biſt vielleicht ſchon geneigt“, bemerkte Craſſus mit einer ironiſchen Zuſpitzung der Rede,„bei der Beurtheilung des Pompejus den Maßſtab verwandt⸗ ſchaftlichen Wohlwollens in Anwendung zu bringen.“
„Laß uns nicht gegen einander eifern, Craſſus“, ſagte Cäſar lächelnd.„Wie, wenn Dir Pompejus, ſo⸗ bald er erſt heimgekehrt iſt, durch ſein Entgegenkommen bewieſe, daß er Dich lieber zum Freunde als zum Feinde hätte? Sieh, Craſſus, wie ſich der mißgünſtige Senat über den dumpfen, ſchlecht verhehlten Groll freut, der zwei ſo bedeutende Männer trennt! Die Schwachköpfe ſehen es gern, wenn Ihr zwei Euch gegenſeitig ſchwächt und untergrabt; thun Sie denn nicht alles Mögliche, um die Kluft zwiſchen Euch zu erweitern und Eure gegenſeitige Eiferſucht zu ſchüren? Glaube mir, Eraſſus, dieſe Flachköpfe arbeiten Eurem Zwieſpalt nur darum in die Hände, weil ſie Eure Vereinigung fürchten, weil ſie vor der Möglichkeit zittern, daß Ihr Euch einigen, geeinigt Rom beherrſchen und dieſer Tretmühle von Republik, die ſie auszumachen und aufrecht zu erhalten glauben, einen Tritt verſetzen könntet, der ſie wackeln machte.“
Cäſar hielt einen Augenblick inne und Craſſus hatte diesmal kein Wort des Einwurfs für ihn. Dieſes Schweigen ermuthigte Cäſar und er fuhr, des


