Teil eines Werkes 
3. Bd. (1867)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

182

Seine Laufbahn war dann gemacht und er ſtieg auf den Schultern ſeiner zwei Bundesgenoſſen in die Höhe, deren Popularität der ſeinigen kräftigen Vorſchub leiſtete, ſie gleichſam ins Unendliche, Ungeahnte verſtärkte.

Das Reſultat dieſer innerlichen Umſchau, die Cäſar auf dem Wege zu Craſſus vornahm, war, daß er gleich⸗ ſam mit einem feſten Programm vor dem letztern er⸗ ſchien, der ihn nicht ohne eine gewiſſe Verlegenheit empfing, aus dem Bewußtſein hervorgehend, zu weit auf einer Bahn vorgeſchritten zu ſein, die durch Catilina's Fiasco eine entſchieden abſchüſſige geworden war.

Cäſar zerſtreute jedoch alsbald ſeine Beſorgniſſe, indem er ſagte:

Ich hoffe, Craſſus, Du wirſt es mir hoch an⸗ rechnen, daß ich Deiner Einladung ſchleunige Folge leiſtete, denn Du ſiehſt in mir einen Leidtragenden. Ich komme vom Todtenbette meiner Gemahlin Cor⸗ nelia, der ich vor wenigen Stunden die Augen zu⸗ gedrückt habe.

Craſſus fühlte ſich durch dieſe Mittheilung inſofern erleichtert, als ſie ihm die Ueberzeugung beibrachte, daß Cäſar, wenn er am Sterbelager ſeiner Gemahlin ver⸗ weilt, nicht ſo viel Muße geblieben ſein konnte, um ſich mit ſeinem Freunde Catilina tiefer zu compromit⸗ tiren, ſeit dieſer aus Rom gewichen war.