Teil eines Werkes 
2. Bd. (1867)
Entstehung
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halten. Mein Vater, der ein ſchwacher Mann iſt und mit allen ſeinen Nachbaren gern in Frieden lebt, hatte nicht den Muth, den Geſandten mit einem beſtimmten Nein abzuweiſen, obgleich ihm mein Entſchluß, mich nicht verheirathen zu wollen, wohl bekannt war. Ich erfuhr zufällig, daß der Galatier mit ſtattlichem Ge⸗ folge von Ancyra aufgebrochen und unterwegs ſei, um ſeine Werbung in eigener Perſon und eindringlicher in Nikomedia zu erneuern. In dieſer Bedrängniß faßte ich den Entſchluß, die Götter zu befragen und von ihrer Antwort mein Schickſal abhängig zu machen. An der äußerſten Spitze von Bithynien, bei Daſeilium, hart an der Stelle, wo der Bithynien von Myſien ſcheidende Fluß Rhyndakus ſich in die Propontis er

gießt, ſteht auf hohem Berge der Tempel der Göttin, unter deren Schutz meine Mutter in der Nacht meiner Geburt wenige Stunden vor ihrem Tode mein Leben geſtellt. Dorthin wollte ich von Nikomedia pilgern, um der Göttin zu opfern. Mein Vater gab mit ſchwe

rem Herzen die Erlaubniß zu dem weiten Opfergange und mit koſtbaren Geſchenken beladen zog ich, von

ſechs Zofen begleitet und von hundert Mann aus der Leibwache meines Vaters beſchützt, gegen Daſeilium aus. Ich erreichte glücklich Nicäa und Pruſa, umging, ohne einer Gefahr zu begegnen, die Seen Ascanius

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