Teil eines Werkes 
2. Band (1873) Die neue Hagar / von Julius Grosse
Entstehung
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thun habe, in einer Viertelſtunde iſt ſeine Zeit, das Süppchen wird gleich fertig ſein.

Es iſt richtig, dachte Carlman,ſie hat etwas vor. Und es hielt ihn mit eiſernen Klammern gebannt. Zwar kam ihm der Gedanke, Erna zu täuſchen und Philomena zu holen, ohne ihr Vorwiſſen ein Vor⸗ wand, auszugehen, war bald gefunden aber um keinen Preis hätte er jetzt das Zimmer verlaſſen mögen.

Erna ſchien ſeine Gedanken zu errathen.

Mit verächtlichem Lachen ſagte ſie:Dir muß wirklich viel am Wohl und Wehe Deines Kindes liegen, daß Du nicht einmal Deine Pflicht erfüllſt und thuſt, was der Arzt geſagt hat! Geh, hole ſie, hole ſie, nach der Dein Herz ſich ſehnt, ich bin Dir doch ein Greuel, eine Fremde, vielleicht eine Giftmiſcherin, damit Du weißt, daß ich Dich durchſchaue!

Sie ſagte das ohne Thränen und ohne Beben der Stimme. Carlman blickte ſie ruhig an, völlig un⸗ berührt von der ſchneidenden Bitterkeit ihrer Worte. Der Abgrund, welcher ihn von Erna trennte, ſchien niemals ſo weit und unausfüllbar geweſen zu ſein. Der Gedanke, daß ſie vielleicht ſchuld ſei an dem Verkommen des Kindes, bemächtigte ſich ſeiner mit immer ſtärkerer Gewalt, und ſein forſchender, durch⸗ bohrender Blick ließ keine ihrer Bewegungen außer Acht.