Teil eines Werkes 
2. Band (1873) Die neue Hagar / von Julius Grosse
Entstehung
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Jetzt verlor Erna faſt die Geduld, und das Kind wäre beinahe ihren Händen entglitten; aber ſie faßte ſich noch einmal gewaltſam und ſagte mit erkünſtelter Ruhe:

„Ihr Männer ſeid wirklich unausſtehlich, voll Grillen und Sorgen, daß es nicht zum Sagen iſt. Was fehlt dem Kleinen jetzt? Sieh nur, er lacht ja ſchon wieder und ſtrampelt mit den Füßen und Aermchen! So wird ſich kein krankes Kind rühren.“,

„Ich ſehe, was ich ſehe“, ſagte Carlman trocken.

„Oder was Du vielmehr ſehen willſt“, rief Erna.

Carlman wandte ſich ab und ſprach etwas vor ſich hin, was ſeine Frau nicht hören konnte.

Der nächſte Tag war wieder ein Sonntag, zum Troſt für Erna, um ihren Gatten durch das Urtheil Philomena's zu überzeugen, und zum Troſt Carlman's, der von derſelben Autorität eine Beſtätigung ſeiner Sorgen hoffte.

Wenn Philomena kam, ließ ſie das Kind nicht aus ihren Armen, ſolange ſie zum Beſuch blieb. Sie erzählte dann wohl, wie es in dem Hauſe zuging, wo ſie diente, und ſchien ganz glücklich, denn man behan⸗ delte ſie dort mit großer Aufmerkſamkeit und Schonung.

Diesmal beobachtete ſie Carlman aufmerkſam, als ſie ihr Kind nahm, und es gab ihm einen Stich ins