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Herz, als er ſah, daß Philomena die Thränen in die Augen traten. Und ſie hätte doch ſonſt keine urſache dazu gehabt, denn Erna hatte das Kind mit Spitzen und Bändern herausgeputzt, als ſolle es ein Feſt ver⸗ herrlichen.
Philomena weinte wirklich, als ſie ihr Kind er⸗ blickte, und bedeckte es mit Küſſen und fand kein Ende im Schluchzen.
„Ja, das Mutterauge ſieht Alles— das Mutter⸗ auge“, ſagte Carlman für ſich ſelbſt und ging, ohne ein Wort zu ſagen, um den Arzt zu holen. Unterwegs blieb er am Laden eines Kunſthändlers ſtehen und betrachtete die ausgeſtellten Kupferſtiche und Photo⸗ graphien. Da fiel ihm ein Blatt in die Augen, das einen erſchütternden Eindruck auf ihn machte. Es war das Werk eines noch jungen Künſtlers und hatte ſich und dem Meiſter raſch Ruhm erworben. Es ſtellte die Scene dar, wie eine Amme mit dem Kinde reicher Leute im Arm ihre Mutter beſucht und ihr eigenes Kind am Verſchmachten trifft, ein ſterbendes kleines Würmchen, das Opfer großſtädtiſcher Cultur.
Erſchüttert, als wenn er ein Bild aus ſeiner eigenen Familie ſähe, wandte ſich Carlman ab und trat in das benachbarte Haus des Arztes, den er glück⸗ licherweiſe zu Hauſe traf und ſofort mitnahm.


