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207 Melos perſönlich geſehen. Freund, eine Schönheit, ich wußte nicht mehr, welche die wirkliche Venus war, die von Marmor oder die athmend vor mir ſtand. Es war ein Glück, daß ſie verlobt war, ich wäre zu jeder Tollheit fähig geweſen, und von Stund an ver⸗ zieh ich meiner Schweſter jenes unnatürliche Bünd⸗ niß.
Da kam das heilloſe Attentat von Berezowski, als der Kaiſer von Rußland in Paris war. Wir Polen ſchwebten alle in Gefahr, auch ich wurde verhaftet. Allerdings kannte ich den Unglücklichen, aber von ſeinem hirnverbrannten, tollen Plan wußte ich nichts. Meine Bekanntſchaft mit ihm aber war hinreichend, um mich in eine langwierige Unterſuchung zu verwickeln und, als man fand, daß nichts Verdächtiges weder heraus noch hinein zu inquiriren war, mich dennoch aus Paris zu verbannen.
Es war eine entſetzliche Lage; ohne Mittel, ohne Verbindungen, ſollte ich nun auch meine Schweſter hülflos und ſchutzlos allein laſſen. Sie wollte mich zwar begleiten, aber ich ſah unſern Untergang un⸗ ausbleiblich vor Augen. Da war es jene Ruſſin Graziana, welche ſich abermals unſerer annahm, oder vielmehr war es ihr Bräutigam, welcher ſelbſt kam und mir und meiner Schweſter nicht allein Päſſe und Em⸗


