Teil eines Werkes 
1. Band (1873) Graziana / von Julius Grosse
Entstehung
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197 gemacht hatte, in wenig Worte zuſammenzufaſſen. Außerdem war mir doch noch Vieles unklar und vor allem ſchien mir das Ganze noch keineswegs als ab⸗ geſchloſſen.

Zunächſt, antwortete ich,fehlt noch der Schluß, um ein Urtheil abzugeben. Jm Uebrigen iſt wohl manches Seltſame in dieſen Vorfällen, aber man müßte ein zweiter Turgénjew ſein und dieſe eigen⸗ thüͤmlichen Charaktere, Sitten, Vorurtheile und Bräuche an der Quelle ſtndiren, um ein lebenswahres Bild daraus geſtalten zu können.

O, ſo hoch und ſo ſchwer brauchen Sie die Auf⸗ gabe nicht zu faſſen, erwiderte der Graf;ich bin zufrieden, wenn Sie ſich an die Facta halten, die ich Ihnen erzählt habe. Sie werden meine Geſchichte ſchreiben. Wann werden Sie beginnen?

Erlauben Sie mir noch eine discrete Frage, ſagte ich.Es iſt in Ihrer Erzählung ſo viel Perſönliches, daß ich mich faſt bedenken würde, dergleichen zu ver⸗ öffentlichen. Und was iſt eigentlich Ihre Abſicht dabei? Es liegt auf der Hand, daß eine ſolche Erzählung den Betheiligten nicht in gleichem Grade behagen würde. Sollten Sie auch im entfernteſten oder auch nur dem Scheine nach die Abſicht einer Revanche, einer Rancune dabei haben, ſo müßte ich gehorſamſt danken.