Teil eines Werkes 
1. Band (1873) Graziana / von Julius Grosse
Entstehung
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Leben in beſtändiger Gefahr ſehen. Ihr werdet er⸗ fahren, daß ich Recht habe; es wird nicht lange dauern und er wird wiedererſcheinen Quält mich nicht länger, es wird am beſten ſein, ich gehe in ein Kloſter, und Fedor ſoll abreiſen. Ich kann ihn nicht ſehen. Sein Bild iſt mir ein ſteter Vorwurf, daß ich nicht mehr Muth und Kraft gehabt habe, Widerſtand zu leiſten.

Alle dieſe fixen Ideen und Grillen waren offen⸗ bar noch Nachwirkungen ihrer Krankheit, ihr Körper war geneſen, aber ihr Gemüth ſchien ein unheilbares Leiden davongetragen zu haben. Ich wartete einige Monate, ich wartete ein halbes Jahr; ſie rieb ſich ſichtlich dabei auf, mich zu ſehen und meine heißeſten Wünſche doch nicht erfüllen zu können. Endlich rieth mir der Arzt ſelber, um ihrer Ruhe willen abzureiſen und das Beſte von der Zeit zu erwarten.

So habe ich mich denn abermals von der Einzigen getrennt und reiſe lebensmüde in der Welt herum ohne Ziel, ohne Freude, ohne Hoffnung, daß jemals eine glückliche Wendung noch möglich ſein könne.

Das iſt meine Geſchichte, ſchloß der Graf ſeine Erzählung.Was ſagen Sie nun dazu?

Es war nicht leicht, den Eindruck, den dieſe in ihrer Art gewiß nicht gewöhnliche Geſchichte auf mich

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