Teil eines Werkes 
1. Band (1873) Graziana / von Julius Grosse
Entstehung
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Mutter ſchildern, die ſtreng genommen am Schickſale der erſtern keine Schuld trug? Alle ſonſtigen Vor⸗ würfe, die ich ihr hätte machen können, ſchnitt die Sorge um das Leben der Geliebten ab.

Erſt nach Wochen war ſie außer Gefahr und erholte ſich unter unſerer Pflege raſch. Mutter Axinia ſah jetzt Alles im roſigſten Licht und nannte mich ihren Retter, ihren Sohn, ihren Liebling, denn daß Graziana, welche eigentlich niemals verheirathet geweſen war, nunmehr meine Frau werden müſſe, ſchien ihr außer allem Zweifel. Gleichwohl konnte ich, ſoweit ich Graziana kannte, nicht ſofort an dieſen ſchönen Traum glauben.

Leider habe ich bis jetzt Recht behalten. Als ſie völlig wiederhergeſtellt war und ihre Mutter auf die glückliche Zukunft deutete, welche ihr an meiner Seite nun blühen werde, ſchüttelte ſie ſchwermüthig ihr Haupt und ſagte:

Du biſt zu gütig, Mütterchen, aber verdiene ich ihn nicht mehr, und wenn auch ich fühle mich nicht frei. Betrachtet auch Anatol die Trauung als null und nichtig, ſo kann ich mich in ein ſolches Spiel mit kirchlichen Handlungen nicht finden.

Aber, Kind, wenn Du geſchieden wirſt?

Ganz gleichviel. Solange dieſer Menſch lebt,

würde ich mich immer vor ihm fürchten und Fedor's 13*