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letzteren in geſchmackloſer Gala erſchien, war ſie immer noch entzückend. Sie mochte anziehen, was ſie wollte, es ſtand ihr neu, originell und graziös, weil dies die Eigenſchaften ihres eigenen Weſens waren. Gewöhnliche Frauen mögen ſich putzen und denken, daß Kleider Leute machen; ein wahrhaft ſchönes Mädchen aber mag wählen, was der Zufall bietet, und auch die geſchmackloſeſte Tracht wird durch ſie ſelbſt geadelt.
Wir gewöhnten uns in wenigen Tagen ſo an einander, daß wir faſt unzertrennlich den ganzen Tag über beiſammen waren. Auch alle Ausflüge wurden gemeinſam gemacht, zu den Almen des Unnütz hinauf und nach Achenthal, zu Waſſer nach der Pertisau und in die Thäler der Riß. Am wohlſten aber war uns auf dem Balcon des Speiſeſaales, der auf Pfählen gleichſam in den See hineingebaut iſt. Wenn wir abends in der feierlichen Stille dort ſaßen, die fernen Bergrieſen des Innthales und die ſteilen Höhen des Seekars, des Unnütz und des Bären⸗Kogels ringsum, vor uns die weite blaue Höhe des Sees in ſeiner ganzen Majeſtät, und ihre liebe, ſüße Stimme belebte dann dieſe Weltabgeſchiedenheit, wahrlich, ich glaubte noch nie ein ſo reiner, guter Menſch geweſen zu ſein, und alle Zukunft ſchwamm wie ein goldener Nebel vor mir, durchwogt von fernem Glockengeläut.


